ARD-Sonntagskrimi Der Franken-"Tatort" im Schnellcheck

In Bamberg brennt eine Gemeinschaftsunterkunft, Kommissar Voss schmuggelt sich als Tschetschene unter die Flüchtlinge. Ein gut gemeinter, schlecht gemachter "Tatort".

BR

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Das Szenario:

Fass meinen Kumpel, den Flüchtling, nicht an! Nach dem Urlaub bei der Oma im kaukasischen Urus-Martan taucht Hauptkommissar Voss (Fabian Hinrichs) als Tschetschene getarnt in einem Flüchtlingsheim ab, auf das ein Brandanschlag verübt wurde. Er verteidigt seine neuen Freunde aus Syrien oder Marokko gegen Neonazis, teilt die Wurstwaren seiner tschetschenischen Oma mit ihnen und geht für einen Dumpinglohn an ihrer Seite putzen.

Der gesellschaftspolitische Auftrag:

Empathie zu schaffen für das Leben der Flüchtlinge. Ob das allerdings durch einen deutschen Kommissar mit aufgesetztem kaukasischen Akzent gelingen kann, erscheint uns fraglich.

Der Böse:

Ein Immobilienspekulant, der für horrende Preise ein baufälliges Gewerbeareal an die Stadt vermietet und darauf eine Feuerversicherung abgeschlossen hat. Raten Sie mal, wer seine hübsch manikürten Pranken bei dem Brand im Spiel hatte?

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11  Bilder
"Tatort" aus Franken: Mein Kumpel, der Flüchtling

Die Gute:

Eine Kleider sortierende und Sprachkurse veranstaltende Bamberger Bürgerin, die auf die Frage der Kommissarin "Sie arbeiten hier ehrenamtlich, warum?" antwortet: "Weil es unanständig wäre, es nicht zu tun."

Der Plausibilitätsfaktor:

Sehr gering. Von der Würstchen-Undercover-Story bis zum irgendwie ein bisschen rechtsradikalen Brandanschlag - die ganze Geschichte wirkt konstruiert.

Die Bewertung:

3 von 10 Punkten. Dieser Flüchtlings-"Tatort" ist erst der dritte des vor zwei Jahren so vielversprechend gestarteten Franken-Reviers, aber schon machen sich Ermüdungserscheinungen bemerkbar. Dabei hat der Bayerische Rundfunk mit Fabian Hinrichs und Dagmar Manzel zwei wirklich risikowillige Schauspieler am Start. Um sie zu halten, müsste der BR ihnen Ein-Jahres-"Tatorte" bauen wie es der HR für Ulrich Tukur tut. Mehr Mut!

Die ausführliche Analyse:

Lesen Sie bitte hier weiter!

"Tatort: Am Ende geht man nackt", Sonntag, 20.15 Uhr, ARD



insgesamt 37 Beiträge
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Seite 1
peter_rot 09.04.2017
1. Nein Danke
Werde mir den Tatort nicht ansehen. Nicht wegen der Bewertung, sondern weil ich das Thema einfach nicht mehr sehen kann.
naklar? 09.04.2017
2. Zum Glück gibts maxdome und netflix. Die Umerziehung muß bei mir ...
... noch ein wenig warten. Zu viele aktuelle Ereignisse und visuelle Erfahrungen (gerade im ÖNV) belasten nach wie vor noch meine eigene Meinungsbildung!
benzle 09.04.2017
3. Nur eine Vermutung meinerseits ..
.. diejenigen Zuschauer welche sich immer noch fast alle Tatortfolgen ansehen müssen, meiner Meinung nach, die sein die auch immer wieder CDU/CSU wählen. Späßle gmacht, gelle. ; -)) Aber Spaß beiseite, für mich ermitteln da einfach zu viele Kommisare.
brooklyner 09.04.2017
4.
Ich glaube, Leute die Tatort schauen, gehen auch zu Madame Tussauds und in Musicals.
dallmann67 09.04.2017
5. Tolles Thema......
Vermutlich handelt der nächste Tatort von einem "Schwarzafrikaner", der in der Siegaue bei Bonn dort zeltende junge Frauen vergewaltigt..... Oder von einem Usbeken, der hätte abgeschoben werden sollen, aber nicht abgeschoben worden ist (siehe Fall Amri), und die Gunst der Stunde nutzte, um sich mit einem LKW in der Fussgängerzone für die Gewährung von Schutz, freier Unterkunft, Kost & Logis sowie kostenloser Gesundheitsfürsorge zu bedanken. Wäre auch super-aktuell nicht wahr? Wir sind alle gespannt, auf das engagierte ARD-Team......
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