ARD-Sonntagskrimi Der Franken-»Tatort« im Schnellcheck

So viel Licht, so viel Schatten: Fabian Hinrichs und Dagmar Manzel sind in diesem Mordfall mit der Liebe und dem Schmerz der Hinterbliebenen konfrontiert. Anrührendes »Tatort«-Requiem.
Ringelhahn (Dagmar Manzel) und Voss (Fabian Hinrichs): Liebe ist stärker als der Tod

Ringelhahn (Dagmar Manzel) und Voss (Fabian Hinrichs): Liebe ist stärker als der Tod

Foto: Hagen Keller / Hagen Keller / BR

Das Szenario:

Liebe ist stärker als der Tod. Ein junger IT-Spezialist, der von aller Welt gemocht, von seiner Freundin geliebt und von seinen Eltern vergöttert wird, liegt nachts mit durchschnittener Kehle auf der Straße. Voss (Fabian Hinrichs) und Ringelhahn (Dagmar Manzel) tappen im Dunkeln - wer sollte so eine Seele von Mensch ermorden wollen? Derweil entwickeln die Eltern und die Freundin des Opfers aus ihrem Schmerz eine Energie, die sie dazu antreibt, selbst in dem Fall zu ermitteln. Blutige Konfrontation mit dem Täter nicht ausgeschlossen.

Der Clou:

So viel Licht, so viel Schatten. Dies ist ein »Tatort«, der starke Szenen für seelische Ausnahmezustände findet. Der Krimi-Plot schlingert neben dubiosen Pharmaziegeschäften über Strecken eher so nebenbei mit.

Bedrohte Opfer-Freundin (Julie Engelbrecht): Einbruch des Schreckens ins Manufactum-Idyll

Bedrohte Opfer-Freundin (Julie Engelbrecht): Einbruch des Schreckens ins Manufactum-Idyll

Foto: Hagen Keller / Hagen Keller / BR

Das Bild:

Eine Kiste mit drei Holzfiguren, denen die Köpfe abgetrennt sind. Die Freundin des Opfers (Julie Engelbrecht), alleinerziehende Mutter einer kleinen Tochter, erhält die Sendung als Drohung von den Tätern, damit sie nicht weiter nachforscht. So fühlt sich der Einbruch des Schreckens ins Manufactum-Idyll an.

Der Dialog:

Voss sitzt mit seinen Kollegen zusammen, nachdem er erfahren hat, dass ein Verdächtiger sich umgebracht hat. Zuvor war er den Mann hart angegangen, weil er ein Geständnis rauspressen wollte. Nun herrscht bei Voss die pure Verzweiflung:

Voss: »Er ist tot. Und das war ich. Ich hab nach dem billigsten Trick gegriffen. Die einfachste Lösung. Jemand ist ganz unten, jemand ist ganz schwach, und dann hab ich ihn mir gegriffen. Und das geht nicht. Das geht nicht. Das darf nicht passieren. Das ist mein Ende jetzt hier. Ich bin jetzt weg.«

Ringelhahn: »Ja, ja, gut. Ich hab's jetzt verstanden, Felix. Er war ein Mörder, er war am Ende. Niemand bringt sich um, nur weil du ihn verhört hast. Es geht hier nicht um dich. Da draußen sind Leute, die scheitern und scheitern immer wieder. Und dafür sind wir da. Wir haben jetzt einen Vater und eine Mutter, die in einer solchen Katastrophe sind, dass wir nicht mal ahnen, wie sie das überleben. Und die sind wichtig, und nicht du und nicht ich. ›Helfen wir ihnen!‹ Das sind immer deine Worte. Und jetzt willst du weg. Was hast du vor? Homeoffice? Kino?«

Der Song:

»Rescue« von Lucinda Williams . Die Ballade der großen Country-Rockerin läuft kurz vor Schluss, als doch noch eine Auflösung präsentiert wird, aber Genugtuung sich nicht einstellen will. Williams konstatiert trocken: »What can he do / But tie some ribbons in your hair / And show you that he'll always care / That's all he can do«.

Die Bewertung:

8 von 10 Punkten. Keine Rettung in Sicht, aber Liebe bis über den Tod hinaus: Dieses Krimi-Requiem spielt seine emotionale Wucht erst im letzten Drittel voll aus.

Die Analyse:

Lesen Sie bitte hier weiter!

»Tatort: Warum«, Sonntag, 20.15 Uhr, Das Erste

Fotostrecke

Kommissar-Karussell: Alle »Tatort«-Teams im Überblick

Foto: Martin Rottenkolber / WDR
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.