ARD-Sonntagskrimi Der Köln-"Tatort" im Schnellcheck

Der Mittelstand kurz vor dem Explodieren: Schenk und Ballauf ermitteln in einem Unternehmen, das alte Bomben beseitigt - und Orchestral Manoeuvres In The Dark singen ihren Synthie-Hit "Enola Gay" dazu.

WDR/ Martin Valentin Menke

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Das Szenario:

Bomben im Boden, Sprengsätze im Spießerglück. Auf dem Gelände eines Kampfmittelräumdienstes explodiert eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg, ein Mitarbeiter kommt ums Leben. Offensichtlich wurde bei der Explosion nachgeholfen. Kommissar Schenk (Dietmar Bär) und Kollege Ballauf (Klaus J. Behrendt) müssen in einem Milieu ermitteln, bei dem die Risikobereitschaft paradoxerweise so groß ist wie die Sehnsucht nach bürgerlicher Sicherheit.

Der Clou:

Die Untersuchungen führen zu einem Neubaugebiet mit dem verführerischen Namen Flora-Quartier. Einer der Bombenentschärfer hat hier eine Parzelle erworben, ein anderer den Boden auf Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg untersucht - und dabei ein Auge für den Bauunternehmer zugedrückt. Die Bombe tickt in diesem manchmal etwas zu verdichteten "Tatort" also im Wortsinne im Eigenheimparadies.

Der Spruch:

"Eigentlich müsste ich Ihnen jetzt böse sein, einen Krüppel des Mordes verdächtigen, nicht sehr pc." Ein ehemaliger Kampfmittelräumer, der bei einem Einsatz in Bosnien sein Bein verloren hat und seitdem im Rollstuhl sitzt, echauffiert sich ironisch darüber, dass die Ermittler ein Alibi von ihm einfordern.

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Köln-"Tatort": Gaaaanz vorsichtig!

Das Bild:

Ein kleines Stück Unterkiefer, das der Rechtsmediziner mit Pinzette in die Luft hält - der einzige erkennbare menschliche Überrest des Opfers, der nach der verheerenden Explosion der 250-Kilo-Bombe noch als solcher identifizierbar ist.

Der Song:

"Enola Gay" von Orchestral Manoeuvres In The Dark, ein Antikriegssong im süßen Synthiepop-Gewand. Der doppelbödige Hit aus dem Jahr 1980 über den B-29-Bomber, der die Atombombe über Hiroshima abwarf, läuft gleich am Anfang dieses "Tatorts" zu grafischen Darstellungen eines Fliegerangriffs.

Die Bewertung:

6 von 10 Punkten. Interessante Einblicke in ein Mittelstandsmilieu, das immer unter Druck steht und kurz vor dem Explodieren scheint. Eine starke Idee, die streckenweise aber überreizt dargestellt und inszeniert ist.

Die Analyse:

Lesen Sie bitte hier weiter!


"Tatort: Bombengeschäfte", Sonntag, 20.15 Uhr, ARD

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insgesamt 13 Beiträge
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Seite 1
Dramaturgen-Frau 31.03.2019
1. Wieder spielt das ARD-Standardensemble auf
Auch in diesem ARD-Tatort sehen wir wieder eine Auswahl aus dem ARD-Standardensemble, wie es in allen anderen ARD-Krimis ebenfalls vorkommt. In diesem Fall wurden "gecastet": Adrian Topol, Ralph Herforth, Alessija Lause et al. - alle jeden Tag in irgendwelchen ARD- und ZDF-Krimis unterwegs. Es ist für die hochbezahlten Casterinnen und Redakteurinnen der ARD in ihren schicken Büros mit teuren Espressomaschinen, Kantinen etc. bei einem Sechsstundentag einfach viel zu schwer, mal nicht einfach nur zu googlen, sondern in die deutschen Theater zu gehen, um Talente zu finden, wie das z.B. Dietrich Brüggemann, der für geniale Tatorte verantwortlich zeichnet, eben macht. Für Dick & Doof aus Köln dann also wieder die Konfektionsware. Acht Milliarden Euro jährlich sind auch einfach viel zu knapp bemessen, gelt?!
chiemseecorsar 31.03.2019
2. Nun ...
... auch für einen Schnellcheck ... die B-29 Superfortress, die Hiroshima und auch Nagasaki atomar bombadierte hieß Enola Gay und nicht Elona ... Demnach der Song auch nicht Elona ... OneWorld.NoBorder.IamGreta!
Orthoklas 31.03.2019
3. Bemerkenswerter Kommentar zum Münster-Tatort im Überblick
Wie abfällig Spon über Münster berichtet, ist im Wortsinne bemerkenswert.
Dramaturgen-Frau 31.03.2019
4. Verschlafen?
Zitat von OrthoklasWie abfällig Spon über Münster berichtet, ist im Wortsinne bemerkenswert.
Es geht hier und heute um den Köln-Tatort.
kingwood 31.03.2019
5. Halbe Gesichter
Selten in einem Film so viele angeschnittene Gesichter gesehen. Das hat dem Kameramann aber gefallen.
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