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Odenthal-"Tatort": Menschen, Maschinen, Monster

Foto: Sabine Hackenberg/ SWR

ARD-Sonntagskrimi Der Ludwigshafener "Tatort" im Schnellcheck

Cola saufen, Gehirne operieren: Lena Odenthal trifft auf einen Wissenschaftler, der im Koffeinrausch von Mensch-Maschinen träumt. Brachial konstruierter B-Movie-"Tatort".

Das Szenario:

Die einen schrauben an alten Autos, die anderen am neuen Menschen: Nach dem Mord an einer Ärztin ermittelt Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) in der Klinik eines Neurochirurgen, der Experimente mit den Gehirnströmen seiner Patienten vornimmt. Ist es möglich, dass der Professor auch an einem vermisst gemeldeten jungen Mann rumlaboriert hat, der durch einen Unfall an seinem getunten Auto querschnittsgelähmt wurde und sich danach in ein Cyborg-Dasein träumte?

Der Clou:

Schneller, besser, klüger: Dieser "Tatort" über illegale Autorennen und illegale Menschenexperimente baut eine Analogie zwischen Autoschraubern und Hirnforschern auf. Problematisch wird diese Parallelkonstruktion, wenn es um die ethischen Implikationen im Handeln der PS-Freaks und Neuro-Gurus geht. Da gerät in diesem "Tatort" mit seinen vielen mäandernden moralisierenden Monologen und Dialogen einiges durcheinander.

Das Bild:

Coca-Cola heißt jetzt Indi Cola. Der von Sebastian Bezzel sympathisch verwahrlost gespielte Neurowissenschaftler trinkt Liter um Liter eines koffeinhaltiges Getränks, dessen Dosen denen des Weltmarktführers nachempfunden sind.

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Odenthal-"Tatort": Menschen, Maschinen, Monster

Foto: Sabine Hackenberg/ SWR

Der Spruch:

"Sind das verbaute Forschungsgelder oder Erträge aus der freien Wirtschaft?" So fragt Odenthal die Assistentin des Gehirnforschers, als sie von ihr durch die raumschiffähnlichen Räumlichkeiten des Klinikums geführt wird, in denen der Transhumanist im Koffeinrausch an der Verschmelzung von Mensch und Maschine bastelt.

Der Song:

Zum Einstimmen auf diesen "Tatort" könnte man den "RoboCop"-Soundtrack  von Basil Poledouris hören. Denn dieser über Strecken mit wissenschaftsskeptischen Mahnungen zugestellte Wissenschaftskrimi läuft in den letzten Minuten auf einen Cyborg-Horror zu, der vom Science-Fiction-Regisseur und "RoboCop"-Schöpfer Paul Verhoeven inspiriert sein könnte.

Die Bewertung:

5 von 10 Punkten. Teils flächendeckend verlaberter, teils rabiat vergnüglicher B-Movie-"Tatort" über Muskel-Autos und Gehirn-Operationen.

Die Analyse:

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"Tatort: Maleficius", Sonntag, 20.15 Uhr, ARD

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Fotostrecke: Alle "Tatort"-Teams im Überblick

Foto: Martin Rottenkolber / WDR
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