Zweiter Jubiläumskrimi Der München-»Tatort« im Schnellcheck

50 Jahre hat der »Tatort« auf dem Buckel – aber mit diesem zweiten Mafia-Krimi zeigt er sich jünger, stillvoller und relevanter denn je. Furioses Jubiläum.
Vereint gegen die Mafia: Batic (l.), Leitmayr (M.) und Faber statten dem Don einen Besuch ab.

Vereint gegen die Mafia: Batic (l.), Leitmayr (M.) und Faber statten dem Don einen Besuch ab.

Foto:

Hagen Keller / BR / WDR

Das Szenario:

München im Würgegriff der Mafia. Nach den schmutzigen Geschäften rund um eine Dortmunder Trattoria im ersten Teil des Jubiläum- »Tatorts« geht es im zweiten um den Boss der 'Ndrangheta in Bayern, der das geraffte Drogengeld mittels Baugeschäften wäscht. Mittendrin: die 16-jährige Sofia Modica (Emma Preisendanz), die mit ihrem Vater vor der Polizei aus dem Ruhrpott geflohen ist und nun in die Gewaltverbrechen der Gangster gezogen wird. Wird sie sich befreien können? Aus dem Mafia-Umfeld heißt es einmal gegenüber Sofia: »Sogar die Buddhisten sagen, dass man seine Eltern umbringen muss.«

Der Clou:

Eine Geschichte, zwei Stile, drei Ermittler. Obwohl dieser »Tatort« den Stoff aus der letzten Folge weiterspinnt und die Münchner Kommissare (Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl) ein weiteres Mal auf den Dortmunder Kollegen (Jörg Faber) treffen, besitzt er eine eigene Tonalität und Perspektive. Emotionales Zentrum ist nun die junge Frau, die den Klauen des Clans zu entkommen versucht.

In den Klauen des Clans: Sofia Modica (Emma Preisendanz) und ihr Vater Luca (Beniamino Brogi)

In den Klauen des Clans: Sofia Modica (Emma Preisendanz) und ihr Vater Luca (Beniamino Brogi)

Foto: Hagen Keller / BR / WDR

Das Bild:

Sofia mit Revolver im Wald. Sie schießt auf Flaschen, die stellvertretend für Menschen stehen. Hat sie das Zeug zur Mörderin?

Der Dialog:

Die Ermittler aus München und Dortmund laufen als Trio auf dem protzigen Anwesen des Mafia-Bosses auf. Der empfängt sie mit fragendem Blick.

Leitmayr: »Brauchen Sie einen Übersetzer oder reicht es dafür? Das ist eine Vorladung.«

Mafioso: »Für was?«

Leitmayr: »Beihilfe zur Nötigung, Entführung.«

Batic: »Anstiftung zum Mord. Sonst noch was?«

Faber: »Organisierte Kriminalität...« Schaut ins Haus des Mafiosos und seufzt: »Schlechter Geschmack.«

Der Song:

Murubutu: »Buio« . Läuft einmal im Hintergrund. Schroffer, aufwühlender, italienischer Rap für einen schroffen, aufwühlenden Mafia-Thriller.

Die Bewertung:

10 von 10 Punkten. 50 Jahre – und der »Tatort« zeigt sich relevanter, stilbewusster und aufregender denn je.

Die Analyse:

Lesen Sie bitte hier weiter!

Das Interview:

Lesen Sie hier ein Interview mit Regisseurin Pia Strietmann !

»Tatort: In der Familie (2)«, Sonntag, 20.15 Uhr, Das Erste

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