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05. Februar 2017, 19:09 Uhr

ARD-Sonntagskrimi

Der neue Weimar-"Tatort" im Schnellcheck

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Mord kann so schön sein. In der formvollendeten "Tatort"-Groteske mit Christian Ulmen und Nora Tschirner geht es um Rosen, Gedichte und Giftmord.

Das Szenario:

Jäten und Sterben in Weimar. Irgendjemand hat es auf den Schupo Lupo abgesehen. Erst wird eine Bombe im Blumenbeet des Rosenliebhabers und Streifenpolizisten platziert, später bekommt er in seinem Lieblingsschokotrunk eine hochgiftige Substanz verabreicht. Dorn (Nora Tschirner) und Lessing (Christian Ulmen) tauchen in die Welt der Rosenzucht und Rosenlyrik ein.

Der gesellschaftspolitische Auftrag:

Keiner vorhanden. Und das ist gut so. Sie dürfen sich voll und ganz den lyrischen Ergüssen und floristischen Genüssen dieser formvollendeten Krimi-Groteske hingeben.

Das schönste technische Gerät:

Der Exkremer 700. In dieser Apparatur sammeln die Kommissare Dorn und Lessing die Exkremente, die im Kindergarten ihres gemeinsamen Sprosses anfallen, um sie biologisch korrekt zu entsorgen. Eine Strafaufgabe, weil die Ermittler einen Elternabend verpasst haben.

Das schönste zitierte Gedicht:

"Die Rose ist ohne Warum / Sie blühet, weil sie blühet / Sie achtet nicht ihrer selbst / fragt nicht, ob man sie siehet". Ein Gedicht vom Barockdichter Angelus Silesius, das in diesem wie immer literarisch sehr ambitionierten Weimar-"Tatort" zitiert wird.

Der Plausibilitätsfaktor:

Nun ja. Ist dieses Weimar wirklich von dieser Welt? Die groteske Mechanik dieses Dichter-und-Gärtner-Krimis läuft auf jeden Fall tadellos.

Die Bewertung:

8 von 10 Punkten. Weimar ist das einzige "Tatort"-Revier, in dem der Humorlevel durchgehend hoch ist.

Die ausführliche Analyse:

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Das Interview mit Christian Ulmen:

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"Tatort: Der scheidende Schupo", Sonntag, 20.15 Uhr, ARD

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