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"Tatort" mit Ulmen und Tschirner: Im Schildkröten-Tempo

Foto: Stephanie Kulbach/ MDR

ARD-Sonntagskrimi Der Weimar-"Tatort" im Schnellcheck

Schrottplätze, Trödelläden, Räuber-Hotzenplotz-Kerker: Der "Tatort" mit Nora Tschirner und Christian Ulmen hält viele Schauplätze parat, aber wenig Pointen. Weit unter dem üblichen Weimar-Niveau.

Das Szenario:

Abgesoffen in Weimar. Nachdem Kommissar Lessing (Christian Ulmen) verdächtigt wird, einen Schrotthändler erschossen zu haben, klappert Kollegin Dorn (Nora Tschirner) allerlei übertrieben skurrile Schauplätze ab, um den wahren Täter zu finden. Hin und her geht es zwischen einem Theater, in dem "Titanic" als Musical aufgeführt wird, und einem Trödelladen, in dem magische Statuen zu erwerben sind. Bitte nicht fragen, wie das eine mit dem anderen zusammenhängt.

Der Clou:

Tschirner und Ulmen in möglichst absurden Situationen zu zeigen. Was in anderen "Tatorten" aus Weimar traumwandlerisch sicher gelingt, wirkt hier angestrengt und windschief. Tschirner und Ulmen ist das offensichtlich selbst so peinlich, dass sie ihre Texte mit fast ironischer Leseprobedistanz aufsagen.

Das Bild:

Lessing hinter Gittern. Weil er verdächtigt wird, einen Schrottplatzhändler erschossen zu haben, den er für einen Mörder hält, wird der Kommissar hinter solch malerisch dicke Gitterstäbe gesteckt wie einst Räuber Hotzenplotz nach dem Raub von Großmutters Kaffeemühle.

Der Spruch:

"Deshalb habe ich vier Wochen gewartet, weil die Mühlen der Selbstjustiz so langsam mahlen!" So Lessing zur internen Ermittlerin Eva Kern (Nina Proll), als diese ihm den Mord am Schrotthändler anhängen will. Okay, ein paar schöne Sätze gibt es doch in diesem "Tatort".

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"Tatort" mit Ulmen und Tschirner: Im Schildkröten-Tempo

Foto: Stephanie Kulbach/ MDR

Der Song:

"Abracadabra" von der Steve Miller Band. Der Hit von 1981 läuft im Hintergrund, als sich Lessing nachts ins Büro des Schrotthändlers stiehlt und steht ganz gut für den faulen Zauber dieses grob gezimmerten Comedy-Krimis, in dem es auch um Magie und Geisterbeschwörung geht.

Die Bewertung:

2 von 10 Punkten. Das beste ist der Episodentitel "Die harte Kern": trockener Wortwitz à la Weimar, der sich ansonsten leider nur ganz selten in diesem "Tatort"-Ausrutscher einstellt.

Die Analyse:

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"Tatort: Die harte Kern", Sonntag, 20.15 Uhr, ARD

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Fotostrecke: Alle "Tatort"-Teams im Überblick

Foto: Thomas Kost / WDR