ARD-Sonntagskrimi Der neue Weimar-"Tatort" im Schnellcheck

Achtung, Philosophen im Einsatz! Nora Tschirner und Christian Ulmen ermitteln im Weimar-"Tatort" mit Kierkegaard-Zitaten und verbalem Irrwitz.

MDR/ Anke Neugebauer

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Das Szenario:

Siegrid und Roy sind Schwester und Bruder. Er (Florian Lukas) arbeitet in einem Stahlwerk, sie (Fritzi Haberlandt) führt einen Beautysalon. Als in der Schlacke vor einem Hochofen menschliche Überreste gefunden werden, geht man davon aus, dass sie vom todessehnsüchtigen Roy stammen. Bei ihren Untersuchungen werden Dorn (Nora Tschirner) und Lessing (Christian Ulmen) mit sensiblen Stahlkochern, zweifelhaften Schönheitsstrategien und Zitaten des dänischen Philosophen Søren Kierkegaard konfrontiert.

Der Satz, mit dem Sie angeben können:

"In der endlichen Verzweiflung schließe ich mich ein mit dem Endlichen; in der absoluten Verzweiflung schließe ich mich auch für das Unendliche." Ein Zitat von Kierkegaard, das im "Tatort" ein bisschen vernuschelt rüberkommt. Hier korrekt aufgeschrieben, damit sie es beim Fernsehabend aufsagen können, um ihren Partner zu beeindrucken.

Der Satz, mit dem Kommissar Lessing angibt:

"Ich habe in meiner Schulzeit Kakteen gesammelt. Ich hatte alle - vom Feigenkaktus bis zur Teufelszunge." Dass Lessing seine Partnerin Dorn mit seinem floristischen Furor beeindruckt, ist eher nicht anzunehmen.

Der Satz, der alles auf den Punkt bringt:

Die trauernde Siegrid bekommt Besuch von ihrem Opa, der einen toten Hund an den Hinterläufen hält. Der Alte: "Ich habe einen Hasen erlegt." Enkelin: "Roy ist tot!" Opa: "Ich habe immer noch Augen wie ein Luchs." Kommentar der danebenstehenden Kommissarin Dorn: "Und Ohren wie ein Lachs." Ein Satz, der wunderbar den situativen und semantischen Irrwitz des Weimar-"Tatorts" zusammenfasst.

Der Plausiblitätsfaktor:

Fragen Sie bei Komödienmeisterwerken wie "Manche mögen's heiß" etwa auch nach Logik und Authentizität? Dies ist definitiv kein "Tatort" für Krimi-Spießer.

Bewertung:

8 von 10 Punkten

Und wenn ich mehr über diesen "Tatort" wissen will?

Dann lesen Sie bitte hier weiter.

"Tatort: Der treue Roy" ; Sonntag 20.15 Uhr, ARD



insgesamt 66 Beiträge
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Seite 1
hektor2 24.04.2016
1. Danke
Danke, dann weiß ich, dass ich nach der Tagesschau umschalten kann. Das spart Zeit und Frust. So sollten Programmtips sein. ;-)
leave_in_silence 24.04.2016
2.
Ulmen und Tschirner...geil wie immer.
troy_mcclure 24.04.2016
3. Ach herrje
Bemüht lustig. Der Plausibilitätsvergleich mit den anderen Filmen hinkt gewaltig. Schwachsinniger Klamauk
hanswurst3838 24.04.2016
4. Diesmal sehr schwach
Ich fand die ersten beiden Weimarer Tatorte sehr gut. Aber dieser ist einfach nur langweilig und schlecht. So schlecht, dass ich hier nebenbei einen Kommentar schreibe...
Kreta Karbo 24.04.2016
5. Kierkegaard?
Präzise gesetzte Pointen. Wie in einer amerikanischen Sitcom. Und genau so flach. Und vermutlich auch für dasselbe Publikum amüsant. Siegrid und Roy. Bruuhahaaa. Wer's mag... Kierkegaard-Witzchen machten übrigens schon Monty Python in den 70er Jahren. Halt nur besser... Der Ton ist heute passabel, aber das macht die Gags auch nicht besser. Schlechte Comedy, kein guter Krimi, also was soll das dann sein? P.S. Um 22:00h kommt "Fawlty Towers" auf ARD Alpha. Sehr zu empfehlen.
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