ARD-Sonntagskrimi Der neue Wien-»Tatort« im Schnellcheck

Hölle! Hölle! Hölle! Nach dem Mord an einem Teufelsaustreiber ermitteln Fellner und Eisner zwischen Black-Metal-Geballer und Kruzifix-Geschwenke. Als wäre dieser »Tatort« Teil sechs von »Der Exorzist«.
Fellner (Adele Neuhauser) und Eisner (Harald Krassnitzer) ermitteln im Kirchenumfeld: Das Tor zur Hölle ist gleich beim Stephansdom um die Ecke

Fellner (Adele Neuhauser) und Eisner (Harald Krassnitzer) ermitteln im Kirchenumfeld: Das Tor zur Hölle ist gleich beim Stephansdom um die Ecke

Foto: Hubert Mican / ORF / ARD

Das Szenario:

Satan ist unter uns. Oder auch nicht. In Wien wird ein Priester ermordet aufgefunden, der für die Erzdiözese als Exorzist gearbeitet hat. Bei ihren Untersuchungen treffen Fellner (Adele Neuhauser) und Eisner (Harald Krassnitzer) auf eine junge Frau, die sich vom Teufel besessen glaubt, sowie auf Psychologen und Theologen, die am Stephansdom das Tor zur Hölle vermuten.

Der Clou:

Ja, sind wir hier denn im sechsten Teil von »Der Exorzist«? In diesem Krimi gibt es Weihwasser-Kanonaden, Kruzifix-Geschwenke und Teufelsgegrunze, als wäre das 1973 gestartete Kino-Franchise der okkultistischen Saga nie zu Ende gegangen. Ein Effektgewitter alter Schule, bei dem man sich für ein paar Momente dem wohligen Schauer hingeben darf, dass der Antichrist wirklich unter uns ist.

Ermittler vor Pentagramm, das aus Menschenblut gemalt wurde: Wenn der Teufel in den »Tatort« fährt

Ermittler vor Pentagramm, das aus Menschenblut gemalt wurde: Wenn der Teufel in den »Tatort« fährt

Foto: Hubert Mican / ORF / ARD

Das Bild:

Ein umgedrehtes Pentagramm, das mit Menschenblut auf den Boden gemalt wurde. Wie gesagt: Hier regiert der Oldschool-Horror.

Der Dialog:

Die Ermittler sprechen mit der jungen Frau, die glaubt, sie sei vom Teufel besessen.

Fellner: »Wie haben Sie bemerkt, dass Sie … Also wie haben Sie diese plötzliche Besessenheit gespürt?«

Befragte: »Plötzlicher Brechreiz, wenn ich ein Kreuz sehe. Tiere betrachten mich stumm und regungslos, wenn ich vorbeigehe. Und das Essen.«

Eisner: »Welches Essen?«

Befragte: »Hundefutter.«

Der Song:

»Prayers of Salvation: I. Virgo benedicta« . Neben diesen Chorälen regiert auf der Tonspur ein amtliches Satanisten-Gebräu aus Mittelaltergesängen, Black-Metal-Geballer und Brechreiz-Gekrächze. Die schauspielerischen Leistungen bleiben leider hinter den Soundeffekten zurück.

Die Bewertung:

6 von 10 Punkten. Wenn der Teufel in den »Tatort« fährt: Dies ist ein Krimi für Freunde des enthemmten Beelzebub-Budenzaubers.

Fotostrecke

Kommissar-Karussell: Alle »Tatort«-Teams im Überblick

Foto: Martin Rottenkolber / WDR
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