ARD-Sonntagskrimi Der Tukur-"Tatort" im Schnellcheck

Kommissar Murot ist in der Zeitschleife gefangen und versucht sich rabiat aus der ewigen Wiederholung zu kämpfen: Dieser "Tatort" ist eine "Täglich grüßt das Murmeltier"-Variation mit hoher Leichendichte.

HR/ Bettina Müller

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Das Szenario:

Der Kriminalbeamte im Widerstand gegen die ewige Wiederkehr des Gleichen: Bei dem Versuch, die Geiselnahme in einer Sparkasse zu beenden, gerät Kommissar Murot (Ulrich Tukur) in eine Zeitschleife. Wieder und wieder steht Murot vor den Geiselnehmern, und wann immer er bei dem aus dem Ruder laufenden Einsatz getötet wird, beginnt der Tag von neuem. Per Armbrust, Handgranate oder Sturz aus dem Hochhaus: Murot stirbt Tausend Tode. Um einen Ausgang aus der Wiederholungsschleife zu finden, fährt er schwere Geschütze auf.

Der Clou:

Ein "Tatort", der rabiat der Sonntagsroutine zu entkommen versucht: Als "Täglich grüßt das Murmeltier"-Variante mit extrem hoher Leichendichte stemmt sich dieser Fernsehkrimi gegen die Formelhaftigkeit des Formats. Ein "Tatort" aus der bei der ARD-Programmleitung gefürchteten Experimental-Ecke.

Das Bild:

Murot probt - von der ewigen Wiederholung schon reichlich zermürbt - in Schlafanzug und Bademantel den Befreiungsschlag: Mit Kettensäge und Brecheisen steigt er in ein Mietshaus ein, um dort den Schlüssel zum Ausgang aus dem Zeitschleifenterror zu finden.

Fotostrecke

11  Bilder
Tukur-"Tatort": Mit Slayer in die Zeitschleife

Der Spruch:

"Pass auf: Du kommst hier nicht lebend raus, also hör auf, Dich zu wehren, es ist jeden Tag dasselbe. Es macht alles überhaupt keinen Sinn. Es dauert so lange es dauert, und dann ist alles vorbei." So raunzt Kommissar Murot einen kleinen Jungen, der ihm wieder und wieder plärrend beim Weg zur Arbeit vor die Füße läuft.

Der Song:

"Cult" von Slayer. Jeden Morgen lärmt das Thrash-Metal-Stück aus Murots Nachbarwohnung. Im "Murmeltier"-Original musste das von Bill Murray gespielte Zeitschleifeopfer noch die süßliche Hippieliebelei "I Got You Babe" von Sonny & Cher über sich ergehen lassen. Da hat es Tukur als Murot besser: Jeder Tag, der mit Slayer beginnt, ist ein guter Tag.

Die Bewertung:

9 von 10 Punkten. Ein wunderbares Schlechte-Laune-Gewitter, bei dem sich das Ensemble adäquat zerknirscht durch die Zeitschleife schlägt und sägt.

Die Analyse:

Lesen Sie bitte hier weiter!


"Tatort: Tukur und das Murmeltier", Sonntag, 20.15 Uhr, ARD



insgesamt 64 Beiträge
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Seite 1
Dramaturgen-Frau 17.02.2019
1. Es erwartet uns wohl ein hervorragender TV-Abend mit Topquoten
Die Vorschau hört sich schon mal extrem spannend und maßlos interessant an. Uns erwartet also ein "Tatort" jenseits der ARD-pc-Guidelines à la "Guter Flüchtling, böser Deutscher" (Wulle Mulle Möhre), "Jeder darf sich sein Geschlecht aussuchen", oder "Laien sind auch gute Schauspieler (Ludwigshafen-Folkerts). Wie ist das möglich? Hat man bei der ARD mal Achtung walten lassen vor großen Schauspielern (Tukur) und ebenso großen Regisseuren und Autoren (Brüggemann). Hat mal keine Redakteurin final reingequatscht und reingekritzelt ins Drehbuch, um den Namen ihres Patenkindes ("Quirin") als Figurennamen durchzusetzen, wie sonst bei der ARD üblich? Fragen über Fragen.
bubahotep 17.02.2019
2. Wer guckt den Mist eigentlich noch ?
Ich kann wirklich nicht begreifen das man sich den Tatort überhaupt noch anschaut . Keine Spannung lahme Storys und ewig die gleichen Gesichter. Ne lass gut sein da werfe ich mir lieber eine DVD rein schaue Gomorrah eine nun wirklich hervorragende Serie. Tatort wird schon 15 Jahre nicht mehr geschaut es gibt genug andere Alternativen als der Mist.
Trollflüsterer 17.02.2019
3.
Zitat von Dramaturgen-FrauDie Vorschau hört sich schon mal extrem spannend und maßlos interessant an. Uns erwartet also ein "Tatort" jenseits der ARD-pc-Guidelines à la "Guter Flüchtling, böser Deutscher" (Wulle Mulle Möhre), "Jeder darf sich sein Geschlecht aussuchen", oder "Laien sind auch gute Schauspieler (Ludwigshafen-Folkerts). Wie ist das möglich? Hat man bei der ARD mal Achtung walten lassen vor großen Schauspielern (Tukur) und ebenso großen Regisseuren und Autoren (Brüggemann). Hat mal keine Redakteurin final reingequatscht und reingekritzelt ins Drehbuch, um den Namen ihres Patenkindes ("Quirin") als Figurennamen durchzusetzen, wie sonst bei der ARD üblich? Fragen über Fragen.
Vielleicht weil sie und andere sich die lächerliche Konstruktion vom angeblichen "Erziehungs-Fernsehen" Tatort schlicht einbilden?! Vom ständigen Wiederholen wird das nämlich auch nicht richtiger.
Corona17 17.02.2019
4. @2 bubahotep
Sie beklagen: Ich kann wirklich nicht begreifen das man sich den Tatort überhaupt noch anschaut . Keine Spannung lahme Storys und ewig die gleichen Gesichter. Ne lass gut sein da werfe ich mir lieber eine DVD rein schaue Gomorrah eine nun wirklich hervorragende Serie. Tatort wird schon 15 Jahre nicht mehr geschaut es gibt genug andere Alternativen als der Mist. Zitatende. Wie können Sie denn die aktuelle Qualität der Tatort-Serie beurteilen, wenn Sie sie seit 15 Jahren nicht mehr gucken?
echobravo 17.02.2019
5. Tatort
Leider war es in der Vergangenheit immer so, daß die SPON Bewertung meinem Geschmack absolut widersprach. Heute Abend 9/10 Punkten? Also werde ich es nicht mögen. Ich warte auf die "miesen" Tatorte, die mir dann wieder Freude bereiten. Tschö
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