ARD-Sonntagskrimi Der Falke-"Tatort" im Schnellcheck

Tochter liegt im Sterben, Vater tobt vor Wut: Falke und Grosz jagen einen Zollbeamten, der auf Trucker schießt, um Geld zu erpressen. Der "Tatort" als Frontbericht aus den wackelnden Wohlstandszonen.

Christine Schroeder/ NDR

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Das Szenario:

Die Vorstadt im Krieg. Auf einem Autohof im Süden Hamburgs wurde ein Trucker erschossen; Falke (Wotan Wilke Möhring) und Grosz (Franziska Weisz) ermitteln zwischen Ausfallstraßen, Speditionen und Baumärkten. Ins Visier gerät auch ein Zollbeamter (Milan Peschel), der in Aufruhr ist, weil die Krankenversicherung nicht die Operation für seine todkranke Tochter zahlen will. Was das Publikum im Gegensatz zu den Ermittlern von Anfang an weiß: Der Wutbürger, der den Staat und seine Institutionen verachtet, ist tatsächlich der Sniper.

Der Clou:

Hamburg von seiner hässlichsten Seite? Das sind längst nicht mehr Rotlichtzonen und Hochhausgrau, sondern die nicht mehr ganz so schön leuchtenden grünen Gürtel um die Stadt, in der eine aufgebrachte Mittelschicht zwischen Selbstmitleid und Militanz schwankt. Falke und Grosz kommen nun schon zum zweiten Mal in dieses Krisengebiet - dank der ambivalenten Darstellung von Episodenhauptdarsteller Peschel gibt es aber auch diesmal kein billiges Kleinbürger-Bashing.

Das Bild:

Eine heruntergekommene Spedition, ein Schrank voller Gewehre, ein frustrierter Trucker: Bei ihren Untersuchungen machen die Ermittler auch Halt in Hamburg-Wilhelmsburg, bei Rolle, einem ehemaligen Fallschirmjäger und glücklosen Unternehmer, der ihnen seine völlig legale Waffensammlung zeigt.

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9  Bilder
"Tatort" mit Wotan Wilke Möring: Horror der Vorstadt

Der Dialog:

"Wie geht es denn weiter?" fragt der Kommissar die todkranke Tochter des verdächtigen Zollbeamten. "Gar nicht", sagt diese: "Weihnachten bin ich tot." Tröstet der Kommissar: "Weihnachten ist eh Mist."

Der Song:

"Slow" von Giant Rooks. Fünf ernste junge Männer singen zu Piano und Glockenspiel einen Gospel, während im "Tatort" der mörderische Vater Wache am Bett seiner kranken Tochter hält und der Kommissar dem vom Kiffen ganz müde gewordenen Sohn eine Decke überlegt. Und jetzt alle im Chor: "Down the river, boy, it takes a long ride but i take it slow".

Die Bewertung:

7 von 10 Punkten. Trotz kleiner Hänger im Plot: Ein weiteres Mal agiert Falke, der St.-Pauli-Punk, feinnervig als Seismograf der Vorstadt.

Die Analyse:

Lesen Sie bitte hier weiter!


"Tatort: Querschläger", Sonntag, 20.15 Uhr, ARD



insgesamt 32 Beiträge
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Seite 1
dorffburg 01.12.2019
1. Boah...
war das langweilig! Haste mal 'nen Rätselheft für Omma?
lachentutgut 01.12.2019
2. Wutbürger?
Was hat dieser Tatort mit einem "Wutbürger"zu tun? Das hier ist ein Vater, der Amok läuft.
solna 01.12.2019
3. I beg to differ
2 von 10 Punkten. Logik mau, happy ending für den Advent. Dialog: "Du bist peinlich." Eben.
curiosus_ 01.12.2019
4. Na, da kann ich mal..
..ausnahmsweise Herrn Buß zustimmen. Wobei ich eher 8 Punkte geben würde. Eben ein klassischer Tatort ohne Experimente und Erziehungsauftrag.
Europa! 01.12.2019
5. Voll daneben
So schief, dass ich den Fernseher festhalten musste, damit er nicht umkippt. Mussten ein Trucker und ein Förster sterben, bloß damit die Polizei den Weihnachtsengel spielen kann? 1 von 20 Punkten.
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