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"Tatort"-Highlights: Wiesn-Horror und Gewalt gegen Flüchtlinge

Foto: BR/ Bernd Schuller

Krimi-Events Diese "Tatorte" werden für Aufsehen sorgen

Nächste Woche startet die neue "Tatort"-Saison. Es geht um Horror auf dem Oktoberfest, um Verbrechen an Flüchtlingen. Und um Helene Fischer. Wir verraten, welche Folgen für Ärger und Amüsement sorgen werden.

Batic und Leitmayr in "Die letzte Wiesn", 20. September

Der Regisseur soll sich bei den turbulenten Dreharbeiten ein blaues Auge geholt haben. Inszeniert wurde zu großen Teilen auf dem Oktoberfest im letzten Jahr, zwischen torkelnden Dirndlträgerinnen und Alkoholleichen in Lederhosen. Der "Tatort" mit den Ermittlern Batic und Leitmayr soll zugleich eine Hymne auf und eine Abrechnung mit dem alljährlichen Wiesn-Terror sein.

Oder, wie Filmemacher Marvin Kren es ausdrückt: "Es geht um einen kollektiven Zustand der Vergiftung - ob das Gift nun Alkohol, GHB, Gier oder Vergnügungssucht ist." Regisseur Kren hat zuvor den starken Möhring-"Tatort" über syrische Flüchtlinge gedreht, aber mit "Rammbock" auch einen der wenigen wirklich guten deutschen Zombie-Schocker. Eine Erfahrung, die geholfen haben mag bei der Nacht der lebenden Toten in München. O'zapft is!

Falke in "Verbrannt", 11. Oktober

Möhring und Kollegin Schmidt-Schaller in "Verbrannt": Brisantes Thema

Möhring und Kollegin Schmidt-Schaller in "Verbrannt": Brisantes Thema

Foto: NDR/ Alexander Fischerkoesen

"Tatorte" über Flüchtlinge gab es in den letzten Jahren immer wieder. Dieser hier wird für Aufsehen sorgen wie keiner zuvor, denn in dem Plot geht es um den realen Fall Oury Jalloh. An Händen und Füßen gefesselt verbrannte der damals 36-jährige Asylbewerber aus Sierra Leone 2005 in einer Dessauer Polizeizelle. Die genauen Umstände sind trotz langer Verfahren bis heute nicht restlos geklärt.

In der Folge mit Wilke Wotan Möhring als Bundespolizist Thorsten Falke wird der Fall in die Gegenwart verlegt und fiktionalisiert. Vor dem Hintergrund immer neuer Gewalt gegen Flüchtlinge und der schwierigen Rolle der Polizei birgt das Szenario aber immer noch genug Sprengstoff. Am 30. September, auch ein Statement des verantwortlichen NDR, läuft der brisante "Tatort" vorab parallel in bundesweit 160 Kinos .

Tschiller in "Schwarze Ritter" und "Fegefeuer" , November

Schweiger und Fischer bei Markus Lanz: Im "Tatort" wird nicht gesungen

Schweiger und Fischer bei Markus Lanz: Im "Tatort" wird nicht gesungen

Foto: Sebastian Widmann/ Getty Images

Wie immer dicke Hose in Hamburg: Nach der ziemlich smarten zweiten Folge im letzten Jahr geht es auch in den neuen Event-"Tatorten" mit Til Schweiger als Nick Tschiller und Fahri Yardim als Yalcin Gümer fett weiter. Produziert wurde gleich eine Doppelfolge, in der die Revierkämpfe arabischer Clans in Hamburg weitergesponnen werden. Was das wohl wieder gekostet hat.

Nicht ganz klar ist auch, welche Rolle der Mega-Star Schweiger dem Mega-Gaststar Helene Fischer in dem Gangsterthriller zugewiesen hat. Die beiden kamen sich bei Unterhaltungsshows wie "Wetten, dass..?" und "Menschen 2013" näher. Man tuschelt, die Schlagersängerin spiele die geheimnisvolle Gegenspielerin von Schweigers Tschiller. Eines aber verspricht der NDR schon mal: Singen wird Helene Fischer nicht.

Murot in "Wer bin ich?", Dezember

Wuttke (l.), Tukur und Koch in "Wer bin ich?": Krimi auf der Meta-Ebene

Wuttke (l.), Tukur und Koch in "Wer bin ich?": Krimi auf der Meta-Ebene

Foto: HR/ Kai von Kröcher

Irre: Eben noch stand Ulrich Tukur als Kommissar Felix Murot vor der Kamera, da gerät der Schauspieler in diesem Film-im-Film-"Tatort" in den Verdacht, selber einen Mord begangen zu haben. Fortan jagt Ulrich Tukur als Ulrich Tukur dem Mörder hinterher - und bekommt dann auch noch Ärger mit seinem Krimi-Alter-Ego Felix Murot, das sich selbstständig gemacht hat. Nach dem kunstvollen Massaker in der Folge "Im Schmerz geboren", in dem schon kräftig die Wirklichkeitsebenen durcheinandergewirbelt wurden, löst sich hier nun der ganze Film- und Fernsehillusionismus aufs Wunderbarste auf. Geschrieben und inszeniert wurde die Folge von dem hochgehandelten "Houston"- und "California City"-Regisseur Bastian Günther.

Richtig lustig wird es, als auch noch Kommissardarsteller aus anderen TV-Revieren auftauchen. Etwa Wolfram Koch, der neue Frankfurter "Tatort"-Ermittler, der hier ein fragwürdiges Verhältnis zu Schusswaffen an den Tag legt. Oder Martin Wuttke, der gerade vom MDR als Kommissar beim Leipziger "Tatort" geschasst wurde und in dieser HR-Produktion nun um Kohle und Nebenrollen bettelt. Krimiwahnsinn zwischen Selbstbespiegelung und Selbstauflösung, schlicht genial. Ist jetzt etwa Schluss? Nein, ein weiterer Murot-"Tatort" ist in Planung, die Ausstrahlung ist aber erst für 2017 anvisiert.

Dorn und Lessing in "Siegrid und Roy", Frühjahr 2016

Ulmen und Tschirner: Phlegma-Cops versus Krimi-Spießer

Ulmen und Tschirner: Phlegma-Cops versus Krimi-Spießer

Foto: ARD

Stets polarisieren tut der Einmal-im-Jahr-"Tatort" aus Weimar mit Christian Ulmen und Nora Tschirner. Während die einen das Team für den legersten Witz im deutschen Fernsehen halten und mit angemessenen Superlativen wie "Leckomio!" überschütten, monieren andere den kriminalistischen Schlendrian und schnarrenden Tonfall, der hier herrscht. Ist das noch ein "Tatort"?

Aber ja! Oder auch nicht, irgendwie auch egal. Gerade dreht man einen dritten Fall mit den Phlegma-Cops Dorn und Lessing, der im Frühjahr 2016 gesendet werden soll. Ulmen würde auch gerne einen vierten drehen, offiziell ist aber noch nichts. Im nächsten "Tatort" geht es erstmal um schwierige Geschwisterbeziehungen und Beischlaferpressung. Genau der Stoff, aus dem süffig verspulte Weimar-"Tatorte" gemacht sind. Also, wir schalten ein. Krimi-Spießer können sich ja eine alte Bienzle-Folge auf DVD anschauen.