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Schweiger-"Tatort": Familienzusammenführung auf die brutale Tour

Foto: Gordon Timpen/ NDR

ARD-Neujahrskrimi Der neue Schweiger-"Tatort" im Schnellcheck

Helene Fischer als Auftragsmörderin, Til Schweiger beim Nachladen: Der Hamburger "Tatort" macht wieder auf Actionblockbuster. Aber was soll das Beziehungsgequatsche?

Das Szenario:

Nick Tschiller is back! Entschuldigung, wir müssen hier diese Actionblockbusterfloskel bemühen, da der dritte "Tatort" mit Til Schweiger eine einzige, nun ja, Actionblockbusterfloskel geworden ist. Der zu Selbstüberschätzung neigende Kommissar Tschiller bekommt es nicht nur wieder mit dem Astan-Clan zu tun - die kurdischen Gangster haben sich denn auch noch mit einem russischen Killerkommando zusammengetan, das von einem eiskalten Engel geleitet wird. Die entführt nun Tschillers Tochter, woraufhin der Polizist alle guten Vorsätze über Bord wirft, endlich mal den üblichen Dienstweg zu nehmen.

Der denkwürdigste Auftritt:

Helene Fischer. Sie spielt mit schwarzer Perücke die osteuropäische Auftragsmörderin und tötet in ihrer Rolle als Killerin so kaltschnäuzig wie sie sonst durch ihre Drei-Stunden-Shows marschiert. Von der Gesangsmaschine zur Mordmaschine, jetzt haben wir wirklich Angst vor der Frau.

Der denkwürdigste Spruch:

Wieder Helene Fischer. Als osteuropäische Killerin, die einst als Sexsklavin nach Deutschland verschleppt wurde, gibt sie der Tochter von Tschiller einen schönen Rat mit auf den Weg in die Volljährigkeit: "Freundin wurde totgefickt. Aber ich nicht. Weil ich bin hart und grausam. Musst du sein zum Überleben. Merk Dir."

Der gesellschaftspolitische Auftrag:

Schwierig zu sagen. Wie es sich für ein Schweiger-Projekt gehört, wird hier reichlich Empörungsmaterial geliefert: Die Kurden haben St. Pauli im Griff! Die Russen wollen den Hamburger Hafen kaufen! Deutsche Polizisten werden miserabel bezahlt! So setzt man reichlich actionblockbustertaugliche Ausrufezeichen, ernsthaft wird hier allerdings kein einziges Thema verhandelt.

Der Plausibilitätsfaktor:

Geht gegen null. Ist schon okay, wenn man es mal wieder ordentlich krachen lassen will. Aber dass Kommissar Tschiller dann auch noch mit feuchten Augen die alten Beziehungsprobleme mit der Ex aufarbeiten muss, bevor er die Entführer seiner Tochter niedermäht, strapaziert die Glaubwürdigkeit doch sehr.

Die Bewertung:

4 von 10 Punkten. Dabei hätten wir, kein Witz, wirklich mehr erwartet. In der vorherigen Folge gab es ein paar starke Auftritte von Fahri Yardim als Sidekick Yalcin Gümer, der mit schöner Ironie die Amokläufe von Til Schweiger und seinem Nick Tschiller ausbremste. Hier nun lärmt sich der Vati-sieht-rot-Schocker seinem zweiten Teil am nächsten Sonntag entgegen, bei dem noch mal das große Actionfeuerwerk gezündet werden soll.


"Tatort: Der große Schmerz", Neujahr, 20.15 Uhr, ARD

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