ARD-Krimi Der neue "Tatort" aus der Schweiz im Schnellcheck

Wenn die Egos von Erwachsenen den Nachwuchs plattmachen: Der traurige Luzerner "Tatort" erzählt von drei Kindern, die nach dem Mord an ihrer Mutter mit ihren drei unterschiedlichen Vätern zu kämpfen haben.

ARD

Was ist das Thema?

Eine Frau wird am Bahndamm erschlagen, zurück bleiben drei Kinder. Jedes hat einen anderen Vater. Bei der Rekonstruktion der komplizierten Familienverhältnisse tun sich für Ritschard (Delia Mayer) und Flückiger (Stefan Gubser) Abgründe auf: Die Kinder sind die Opfer von Sorgerechtsstreitigkeiten und Selbstfindungsexzessen der Erwachsenen.

Wie blutig ist die neue Folge?

Fast gar nicht blutig. Die Grausamkeiten sind hier psychologischer Natur. Das Ego eines Erwachsenen kann ein brutaler Gegenspieler für ein Kind sein.

Gibt es einen gesellschaftspolitischen Auftrag?

In gewissem Sinne: Als Themenstück über die Tücken des Sorgerechts funktioniert dieser "Tatort" nicht unbedingt, aber als Drama über fatale familiäre Notkonstruktionen bekommt der Film eine gewisse gesellschaftliche Relevanz.

Beste Szene?

Kommissar Flückiger, der kinderlose Single, versucht auf fragwürdige Weise, Vertrauen zu einem der Kinder aufzubauen - und hält ihm seinen Dienstrevolver zum Spielen hin. Ach Flückiger, du bindungsphobischer Kauz!

Und: Können wir das alles glauben?

Ja, die Figuren sind in sich stimmig, wenn auch nicht besonders tiefenscharf ausgeleuchtet. Trotzdem: Diese Väter sind das Grauen.

Lohnt das Einschalten?

Durchaus. Ein düsterer, stiller Krimi, der trotz Schwächen im Plot ein etwas anderes Familiendrama erzählt. Wer die Ostertage fröhlich ausklingen lassen will, schaltet eher nicht ein.

Und wenn ich mehr über diesen "Tatort" wissen will?

Dann bitte hier weiterlesen!


"Tatort: Zwischen zwei Welten", Ostermontag, 20.15 Uhr, ARD

Arno Frank kommentiert für uns den "Tatort" am Ostermontag live auf Twitter.

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insgesamt 15 Beiträge
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theodorzaloschnik 21.04.2014
1.
Liest sich nicht schlecht, werde natürlich das lange Wochenende mit dem Tatort ausklingen lassen. Allerdings wäre es mir lieber, wenn Borowski oder Eisner und Feller den Fall übernehmen.
gustavsche 21.04.2014
2. Schweizer Tatort wird grundsätzlich nicht geschaut.
Was langweiligeres gibt's eigentlich kaum. Schon die Ausflüge der Blum über den Bodensee sind mir einfach schon zu viel.
zaktb77 21.04.2014
3. Hoffe er ist bei sf.tv im Orginal in der Mediathek auch in Deutschland abrufbar
Kann mit den Schweizer Tatorten in der ARD nichts anfangen, weil mir bei der Synchronisation immer schlecht wird. Lieber das schweizerdeutsche Orginal und nicht die hochdeutsche Synchro.
Emil Peisker 21.04.2014
4. per Podcast...
Heute nachmittag in SWR3. "Dieser Tatort ist dermaßen schlecht, dass fast keiner der Tatortfans sich ihn bis zum Schluss angesehen hat" Der SWR3 Kritiker hat die abschaltenden Zuschauer nach Kategorien beschrieben, die die verschiedenen Ausstiegszeiten darstellten. Wie die Spon-Kritik zu dem Urteil "sehenswert" kommt, liegt mystisch im Dunkeln. Aber vielleicht holt man sich die SWR3-Kritik per Podcast auf den PC und hört eine sehr detaillierte und begründete Kritik dieses Tatorts.
xenoxx 21.04.2014
5. Vorsicht: Wackelkamera!
Hatte mich auf diesen Tatort gefreut. Leider aber musste ich schon nach knapp 10 Minuten frustriert und dem Schwindel nahe abbrechen. Wie bei vielen «modernen» Produktionen ist leider auch bei dieser Tatortfolge ein offensichtlich an Parkinson leidendes Kamerapersonal verpflichtet worden. Mit langer Brennweite und in Sekundenschitten wird durch die Szenerie gewackelt und gezittert, dass dem Zuschauer speiübel wird. Dagegen waren freihändig gedrehte Schmalfilm-Amateuraufnahmen früherer Jahrzehnte ein optischer Genuss. Mag diese moderne «Bildästhetik» vielleicht noch auf dem Handy oder Tablett zu ertragen sein - bei grossen Bilddiagonalen wird es unerträglich. Schade. Ich hoffe nur, dass dieser gerade bei TV-Produktionen mehr und mehr um sich greifende Wahnsinn alsbald vorüber geht!
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