Krimi-Vote Wie fanden Sie den Drohnen-"Tatort"?

Traumatisierte Drohnenlenker, traumatisierte Drohnenopfer: Der "Tatort" versuchte, das Thema moderne Kriegsführung multiperspektivisch zu beleuchten - vergeblich. Oder sind Sie anderer Meinung?

SWR/ Alexander Kluge

Am Ende musste sie eine ausgetickte US-Soldatin per Kopfschuss ausschalten. Kommissarin Odenthal wischte sich das beim finalen Rettungsschuss in ihr Gesicht gespritzte Blut ab und kämpfte sich weiter durch

den riskant konstruierten Plot dieses "Tatorts", der unterschiedliche Perspektiven auf das Thema Drohnenkrieg zeigen sollte. Im Zentrum standen eine traumatisierte Drohnenkameralenkerin und ein traumatisierter Kurde, dessen Kinder Opfer eines US-Drohneneinsatzes wurden.

Autor und Regisseur Thomas Bohn, der schon in den Neunzigerjahren einige Action-getriebene Odenthal-Folgen gedreht hat, versuchte, den Stoff in seiner ganzen Bandbreite darzustellen. "Doch" - so schrieben wir in unserer Kritik - "so lobenswert die Bemühung ist, das große Zukunftsthema Drohnen mit all seinen drängenden, offenen Fragen auf die 'Tatort'-Tagesordnung zu setzen - die Konstruktion wackelt einfach zu sehr. Die Synchronisierung von Opferbiografie und Soldatenkrankenakte geht nicht auf, da werden zwangsweise Schuldfragen relativiert." Wir gaben vier von zehn Punkten. Wie bewerten Sie den Krimi?

Der nächste Odenthal-"Tatort" ist schon fertig. Er trägt den Titel "Maleficus", wurde ebenfalls von Thomas Bohn gedreht und hat ebenfalls ein gesellschaftspolitisches Anliegen: Bei der Herstellung wurde in allen Gewerken ressourcenschonend gearbeitet, um die CO2-Emissionen gegenüber herkömmlichen Produktionen deutlich zu senken - von der Anreise des Ensembles per Zug bis zur Abfallentsorgung.

cbu



© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.