Krimi-Vote Wie fanden Sie den Kumpel-"Tatort"?

Ermittlungen in der sterbenden Bergwerksbranche: Der Dortmund-"Tatort" am Sonntag war ein starker Milieu-Krimi - der am Ende aber zu viele Aspekte verhandeln wollte. Oder sind Sie anderer Meinung?

WDR/ Thomas Kost

Überall Gespenster. Nachdem sich Kommissar Faber im Dortmunder "Tatort" zwischen die abgewickelten Bergleute gemischt hatte, die nur Schatten ihrer selbst waren, wurde ihm vom Verfassungsschutz die Information zugespielt, dass sein alter Gegenspieler, der Serienmörder Markus Graf, wieder zugeschlagen hat. Graf war es, der einst Frau und Kind des Kommissars ermordet hatte.

Am Ende dieses angemessen rustikalen Proletarier-"Tatort" schloss Faber den Fall, obwohl er wusste, dass noch Fragen offen waren - ein Zugeständnis an den Verfassungsschutz, von dem sich Faber möglicherweise weitere Hinweise in Sachen Markus Graf erhofft.

Dieser Krimi war auch der Versuch den in separate Folgen zerfallenden Dortmunder "Tatort" in die horizontale Erzählweise zurückzubringen, die er am Anfang hatte, also wieder einen episoden-übergreifenden Plot zu entwickeln. Ein Plan, der nur in Teilen aufging, weil in das starke Milieudrama zu viele zeitaktuelle Aspekte ("Reichsbürger", Strukturwandel, V-Mann-Problematik) eingepflegt wurden. Trotzdem ein "Tatort" mit aufwühlenden Momenten.

Angstschweiß der Malocher

In unserer Kritik schrieben wir: "Richtig Stark ist die Folge, wenn sie dicht bei den Kumpeln ist, beim Angstschweiß der Malocher, der aus ihnen kriecht, wenn sie an die Zukunft denken, in der die gewohnte eingeschweißte Gemeinschaft keine Rolle mehr spielen soll." Wir gaben 7 von 10 Punkten. Wie fanden Sie den "Tatort"?

Nach dem Kumpel-Krimi taucht auch der nächste, im Herbst laufende "Dortmund"-Tatort" in eine aufwühlende, krisenhafte Arbeitswelt ab: Es geht um die Missstände in einem Krankenhaus und die Akkordarbeit in einer Notfallambulanz. Ob Fabers Nemesis Markus Graf hier wieder seine Finger im Spiel hat, ist bislang noch nicht bekannt.

cbu



insgesamt 25 Beiträge
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thermo_pyle 21.01.2019
1. Psycho Schreihälse...
Oh mann, ich glaube ich werde alt: Ich kann mit diesen TATORTen nichts mehr anfangen... mein Eindruch: Jeder neue TATORT soll ein (unverstandenes) Kunstwerk werden, aber mit Unterhaltung hat das nichts mehr zu tun. Ich liebe Krimis a la FRIESLAND, NORD BEI NORWEST, etc. . Aber so was wie gestern ist nicht mein Ding...dann lieber realitätsfremde aber humorvolle Unterhaltung, beovr man am Montag wieder in die raue Realität eintaucht...
Einhorn 21.01.2019
2.
Ehrlich gesagt, bei mir ist nur der Egoptrip der Praktikantin Nora im Gedächtnis geblieben. Und die Hoffnung, dass die Figur sich nach diesem Auftritt eine neue Aufgabe sucht. 2 Psychos pro Team sollten selbst für einen Film ausreichen.
wiesenflitzer 21.01.2019
3. Langsam nervt es.
Ich war bis jetzt ein Fan des Dortmunder Tatortes. Auch wegen des gutes "Stoffes" und der Nähe zu den alltäglichen Problemen der Ruhrpottmenschen. Was jedoch völlig aus jeder Balance herausfällt, ist das immer nerviger werdende "Nicht-Zusammenspiel" der Ermittler. Jeder macht quasi was er will, wann er es will. Und das auch noch möglichst alleine. Das ist so weit weg jeder Realität eines Ermittlerteams der Kripo, man könnte heulen. Nur noch kranke, und/oder genervte/gereitzte/verstörte Ermittler. Was geht in den Köpfen der Regisseure bloß vor, dass diese (beim Tatort ist das ja quasi durchgehend ein Muss!) immer nur psychisch labile oder kaputte Kommissare an die Arbeit lassen? Bei mir laufen solchen Typen nicht herum!
minimalmaxi 21.01.2019
4. Rüpel-Hartmann
Es mag modern sein, aber der Tatort-Trend, jeden Kommissar mit einem sehr persönlichen Traumata und Problem auszustatten, geht mir mittlerweile auf die Nerven Und wenn das auch noch so ein jähzorniger, ungewaschener Rüpel wie Faber ist, finde ich das einfach grenzwertig und schalte um. Meine Begeistrung für Tatort-Krimis hat deutlich nachgelassen.
!!!Fovea!!! 21.01.2019
5. Dünn, dümmer, am dünnsten
ein Garant für Geschmacklosigkeiten erster Güte, den der Dortmunder Tatort einst war, ist jetzt zu einer Langeweile mutiert. Wenn die Person Faber nicht ernsthaft in Szene gesetzt wird, plätschert der Krimi mit Erziehungsauftrag einfach vor sich hin. Entsetzlich konstruierte hanebüchende Story. Vor allem, das einer ein komplettes Stahlwerk in die Luft jagen will, nur weil er einen Job in der Geisterbahn bekommen hat, welcher wahrscheinlich deutlich gesünder ist, als unter Tage zu arbeiten....Super Logik!
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