Krimi-Vote Wie fanden Sie den letzten Flückiger-"Tatort"?

"Sie wollen doch nur Klicks und ihr Ego aufpolieren!" Der letzte Schweizer "Tatort" mit Reto Flückiger lieferte zweifelhafte Medien- und Gesellschaftskritik. Oder sind Sie anderer Meinung?

Daniel Winkler/ ARD

Am Ende schipperte er auf Nimmerwiedersehen auf dem Segelboot der grausam unübersichtlichen Gegenwart davon. Zuvor hatte sich Stefan Gubser als Kommissar Reto Flückiger am Sonntag bei seinem letztem "Tatort" mit Fake-News-Verbreitern und Rüstungslobbyisten rumschlagen müssen; zwischendurch war genug Zeit für Medien- und Gesellschaftskritik à la "Die Wahrheit interessiert Sie doch einen Scheiß, Sie wollen doch nur Klicks und Ihr Ego aufpolieren!"

In unserer Kritik schrieben wir: "Journalisten, Politiker, Waffenhändler - hier sind alle gleichermaßen Schweine und alle irgendwie miteinander verbandelt. Ein 'Tatort', der die Verschwörungstheorien befeuert, die er zu entlarven vorgibt. Und, das ist das Fatale, ein gefundenes Fressen für alle, die der Demokratie überdrüssig sind." Wir gaben 1 von 10 Punkten. Was sagen Sie zu dem Krimi?

Die Rolle des Reto Flückigers hatte Stefan Gubser erstmals 2008 bei einem Gastauftritt im Bodensee-"Tatort" mit Eva Mattes als Klara Blum gespielt. 2011 bekam er dann beim Schweizer "Tatort" in Luzern sein eigenes Revier - für insgesamt 17 Folgen. In 16 davon stand Delia Mayer als Kollegin Liz Ritschard an seiner Seite. In Anspielung auf die letzte Szene in "Manche mögen's heiß" sagte die lesbische Ritschard am Ende der finalen Folge zu Flückiger: "Blöd, dass Du keine Frau bist." Und der antwortete: "Nobody is perfect."

Ab 2020 kommt der Schweizer "Tatort" aus Zürich. Anna Pieri Zuercher spielt dann Kommissarin Isabelle Grandjean und Carol Schuler die Fallanalytikerin Tessa Ott. Schuler ist zur Zeit mit einem extrem starken Auftritt als kurdische Rapperin in der Netflix-Serie "Skylines" zu sehen. Sie und ihre Kollegin bilden allerdings nicht das erste öffentlich-rechtliche TV-Ermittlungsteam in der Finanzmetropole des Nachbarlandes: Im Ersten läuft seit drei Jahren auch schon der "Zürich-Krimi" mit Christian Kohlund.

cbu

insgesamt 20 Beiträge
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Global88 28.10.2019
1. Naja,
nachdem ich doch noch versucht habe, mitzuhalten, war ich stellenweise doch sehr gelangweilt... Illegales mit Illegalem zu begegnen, sehr naja...leider zu verworren und unglaubwürdig, wieder mal schade. Zumindest gab es diesmal keine Morde im Minutentakt wie letztes Mal...dafür war der Gähnfaktor hoch...
gbpa005 28.10.2019
2. Subtext ist nicht das einzige Problem
Der Subtext ist nicht das einzige Problem. Die z. T. hölzerne Spielweise war es ebenfalls. War der Film synchronisiert? Schade fand ich, dass nur sehr entfernt leichte Anklänge Schweizerdeutsch hatte.
viceman 28.10.2019
3. Wenn es heutzutage
als 'Verschwörungstheorie' gilt, zu sagen, daß alle verbandelt sind, dann ist 'uns ' nicht zu helfen... Denn dieser Zustand ist Realität, der Tatort spricht es nur aus. Wer das bestreitet, der ist irgendwie auch da 'verbandelt'...
netterscheff 28.10.2019
4. Seit ...
wievielen Jahren versucht die ARD jetzt dieses seichte Geseiere der US Serien zu kopieren? Da hilft auch die zeitweilige Unterlegung mit Gelbtönen nichts. Es bleibt was es ist und auch immer schon im US Original war: seichtes Geseiere. 5 Minuten Prüfen, ob es ein anständiger Tatort ist, sonst wie seit Jahren immer: Besseres tun oder sehen. Frage an die ARD: Wann bekomme ich meinen echten Tatort zurück. Es muss ja nicht Schimi sein, aber so aus dessen Anfangszeit. So richtig mit Spannung und so. Unterhaltung statt Zeigefinger. Es darf sogar wieder etwas Humor eingebaut sein.
scharfekante 28.10.2019
5. Aus Prinzip
Nachdem der "Kommissar" tatsaechlich zugeschlagen hat, habe ich abgeschaltet. Aus Prinzip. Uebrigens schalte ich auch ab, wenn einer der "Sympathietraeger" zu rauchen beginnt: Das ist nicht schick, sondern einfach nur strunzdumm von den Oeffentlichrechtlichen (Korruptheit wollen wir ja nicht unterstellen).
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