Krimi-Vote Wie gefiel Ihnen der Saar-»Tatort«?

Vom eigenen Vater mit Gift gelähmt, um dessen Suizid mitanzusehen: Trotz krasser Erzählkonstruktion ging der »Tatort« weitgehend auf. Oder sind Sie anderer Meinung?
Kommissar Hölzer (Vladimir Burlakov) und Verdächtiger (Adrian Julius Tillmann): Mit langem, kaltem, alttestamentarischem Atem

Kommissar Hölzer (Vladimir Burlakov) und Verdächtiger (Adrian Julius Tillmann): Mit langem, kaltem, alttestamentarischem Atem

Foto: Manuela Meyer / SR

Wie viel Hass muss in einem stecken, wenn man sich selbst erschießt, um die Tat dem eigenen Sohn in die Schuhe zu schieben? Das Publikum sah am Sonntag im »Tatort« genau dieses grausam zugespitzte Szenario: Kommissar Schürk wurde von seinem krebskranken Vater mit der toxischen Substanz eines Giftfrosches temporär gelähmt und musste sich zur Bewegungsunfäigkeit verdammt den teuflischen Plan des Alten anhören, den dieser anschließend mit perfider Präzision umsetzte. Ein letztes Fanal der Verachtung und des Zorns, durch den der Kommissar zum Hauptverdächtigen wurde.

In unserer Kritik schrieben wir: »Es gibt in ›Das Herz der Schlange‹ zwar etliche einzelne dramaturgische Schwächen; so sind die Kolleginnen trotz größerer Präsenz weiterhin nur Stichwortgeberinnen für die männlichen Hauptfiguren, und der Nebenerzählstrang eines Einbrechernetzwerks wirkt konstruiert. Das Familiendrama aber wird mit langem, kaltem, alttestamentlichem Atem ausgebreitet. Der Vater, der Sohn und der heilige Frust: Der tief in die Handlung eingeschriebene Zorn und Jähzorn zwischen den Generationen lässt die verwegensten Wendungen glaubhaft erscheinen. Und aus dem Terrarium in der Vaterwohnung schauen eine Schlange und ein Giftfrosch dem biblischen Kampf zwischen Alt und Jung zu.«

Wir gaben 7 von 10 Punkten. Was halten Sie von dem Krimidrama?

Der Saar-»Tatort« läuft nur einmal im Jahr. Mit einer neuen Folge ist erst ab 2023 zu rechnen. Kommissardarsteller Vladimir Burlakov hat sich die freie Zeit gerade mit dem Dreh zu einer Comedy für die ARD vertrieben: In »How to Dad« spielt er einen von vier jungen Vätern, die sich bei der Ballettstunde ihrer Vorschultöchter treffen und sich dort über ihre Erziehungspleiten und -pannen austauschen. Die Serie wird im Laufe des Jahres in der ARD-Mediathek zum Abruf bereitstehen.

cbu