Krimi-Vote Wie gefiel Ihnen der Nonnen-»Tatort«?

Schwestern auf Koks? Nein, im »Tatort« aus Bayern über den Mord in einem Kloster ging alles ganz gottgefällig zu. Ihre Meinung ist gefragt.
Szene aus dem Kloster-»Tatort« mit Corinna Harfouch (r.): Allerhand zu schmunzeln

Szene aus dem Kloster-»Tatort« mit Corinna Harfouch (r.): Allerhand zu schmunzeln

Foto: Hendrik Heiden / BR

Im Laufe des »Tatort« beugten sich die Ermittler irgendwann über ein weißes Pulver, das auf dem Tisch in der Kammer einer Nonne verteilt war. Koks? Resultierte daraus möglicherweise das große Maß an guter Laune, die in dem Kloster herrschte?

Kalli Hammermann, der junge Kollege der alten Hasen Batic und Leitmayr, rieb sich die Substanz auf die Zungenspitze und lachte dann schelmisch: Es handelte sich um Milchpulver, das zum Stillen von Säuglingen zum Gebrauch kommt. Tatsächlich war im Konvent heimlich ein Baby geboren worden und wurde von allen Schwestern gepflegt. Nicht die einzige heitere Abweichung von der Klosternorm in diesem Film. Obwohl der Wirtschaftsprüfer des Hauses vergiftet worden war, gab es für die Kommissare allerhand zu schmunzeln.

In unserer Kritik schrieben wir: »Es gibt ein paar starke lebensweltliche Szenen aus dem Konvent, etwa wenn die Schwestern unter Leitung der Priorin (Corinna Harfouch) ein Totenoffizium anstimmen. Oder wenn die Kommissare langsam dahinterkommen, wie die Nonnen mit einigen Tricks die Kirchenführung dazu bringen wollen, ihr eigentlich personell unterbesetztes Kloster nicht zu schließen ... Aber die Inszenierung bleibt einfach zu brav. Das Spiel mit der Nonnen-Exploitation, wie man sie aus italienischen Krachern im Stile von ›Das Kloster der 1000 Todsünden‹ kennt, ist zu unverfänglich angedeutet, und die Selbsterhaltungsmaßnahmen einer Glaubensgemeinschaft, der die Gläubigen davonrennen, hätten noch böser dargestellt werden können. Ein wenig mehr robuste Action in ›1000 Todsünden‹-Machart und ein bisschen weniger gottgefällige Klosterschmonzes à la ›Um Himmels Willen‹ hätte dieser Religionsschnurre ganz gutgetan.«

Wir gaben 5 von 10 Punkten. Was halten Sie von dem Krimi?

Vom bayerischen Klosteridyll zum britischen Landadel: Gerade wird in den Bavaria-Studios ein weiterer »Tatort« mit Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl abgedreht, und für diesen Fall springt die Erzählung von der Gegenwart an die hundert Jahre zurück. Die Ermittlerfiguren Batic und Leitmayr machen eine Zeitreise, landen in einem britischen Herrenhaus des Jahres 1924 und werden mit »Constable Partridge« und »Chief Inspector Lightmyer« angesprochen.

Der Titel der wohl ebenfalls sehr heiteren Folge lautet »Krimidinner«, sie wird als Weihnachtsspecial 2022 ausgestrahlt.

cbu
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.