Krimi-Vote Wie gefiel Ihnen der Stuttgart-»Tatort«?

Familie und andere Verbrechen: Der »Tatort« zeigte psychologisch plausibel, wie Ehemann und Ehefrau die Spuren einer Fahrerflucht zu beseitigen versuchen. Oder sind Sie anderer Meinung?
»Tatort«-Darsteller Nicholas Reinke: »Von so betörter Furcht ist Schuld erfüllt, dass, sich verbergend, sie sich selbst enthüllt«

»Tatort«-Darsteller Nicholas Reinke: »Von so betörter Furcht ist Schuld erfüllt, dass, sich verbergend, sie sich selbst enthüllt«

Foto: Benoît Linder / SWR

Schaffe, schaffe, Schuld verschleiern. Der »Tatort« aus Stuttgart zeigte am Sonntag einen Karrierejuristen, der nach einem Unfall mit Todesfolge Fahrflucht beging und der sich bei dem Versuch, die Spuren zu beseitigen, immer verdächtiger bei den Ermittlern machte. Wie zitierte doch der Gerichtsmediziner im Laufe der Untersuchungen aus »Hamlet« : »Von so betörter Furcht ist Schuld erfüllt, dass, sich verbergend, sie sich selbst enthüllt.«

In unserer Kritik schrieben wir: »In vielerlei Hinsicht fühlt man sich an Claude Chabrols Klassiker ›Vor Einbruch der Nacht‹ erinnert. Auch hier folgen wir dem Täter durch sein von Ritualen bestimmtes bürgerliches Leben, das trotz aller äußerer und innerer Erschütterung wie am Schnürchen läuft. (...) Während der Anwalt immer ungeschickter und ausgelaugter seine Schuld zu verschleiern sucht, übernimmt die kurz vor der Niederkunft stehende Ehefrau genervt die Initiative. Noch wenige Stunden, bevor es in den Kreißsaal geht, stößt sie den Mann vom Krankenhaustelefon im martialischen schwäbischen Singsang zurecht, dass er sich jetzt gefälligst zusammenzureißen hat, um der immer härter nachfragenden Polizei mit Lügen Paroli zu bieten. Es gehe immerhin um ihre Ehe und ihre Kinder. So kriminell kann Familiensinn sein.«

Wir gaben 8 von 10 Punkten? Wie ist Ihre Meinung zu dem Krimi?

Zwei weitere Stuttgarter »Tatorte« sind bereits abgedreht. Erst diesen Sommer fiel die Klappe für die Folge »Vergebung«, bei dem der Hamlet zitierenden Gerichtsmediziner Vogt (Jürgen Hartmann) eine zentrale Rolle spielt. Die Handlung: Am Neckarufer wird eine Leiche angespült – und ausgerechnet der Gerichtsmediziner wird verdächtigt, Informationen zurückzuhalten. Für die Folge verantwortlich zeichnen Autorin Katharina Adler und Regisseur Rudi Gaul, die schon den sehr fordernden Vergewaltigungs-»Tatort« mit dem Titel »Videobeweis« im Schwaben-Revier gedreht haben.

cbu
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