Krimi-Vote Wie gefiel Ihnen der Freiburger »Tatort«?

Heil kam niemand aus dem Eigenheimidyll heraus: Beim »Tatort« um einen Vermisstenfall im Breisgau gab die Hauptfigur am Ende zu viele Rätsel auf. Oder sind Sie anderer Meinung?
»Tatort«-Szene mit Lisa Hagmeister: Eine Projektion, eine Leerstelle, ein Rätsel

»Tatort«-Szene mit Lisa Hagmeister: Eine Projektion, eine Leerstelle, ein Rätsel

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Benoît Linder / SWR

In der letzten Hälfte des »Tatorts« wurden dann doch noch die Leichen gefunden: Vater und Sohn waren in dem Brunnen auf einem Bauernhof nicht unweit ihrer Neubausiedlung entsorgt worden. Zuvor ließen die Verantwortlichen den Krimi um die Ehefrau und Mutter der Vermissten (Lisa Hagmeister) kreisen, über die sich das Kaff im Breisgau das Maul zerrissen hatte, weil sie ständig im Streit mit ihrem Mann und ihrer Schwiegermutter lag.

Zum Finale aber wurde der Fall über ein ganz anderes häusliches Drama gelöst: Die Frau des Lovers der Verdächtigen erwies sich als Täterin. Heil kam hier niemand aus dem Breisgauer Eigenheim-Idyll heraus.

In unserer Kritik schrieben wir: »Hauptdarstellerin Hagmeister hält selbst in unspektakulären Momenten ein solch hohes Energielevel, dass wir automatisch in ihr undurchschaubares Leben gezogen werden; mit ihr über die leere Tanzfläche auf dem Betriebsfest treiben, wo sie einsam zu The Cure abtaucht, oder durch die Gärtnerei der Schwiegermutter, wo sie beschimpft wird. Das Problem: Sie bleibt uns bei allen Empathiebemühungen fremd wie den Breisgauer Gemüsebauern und Kleinstadtbürokraten (...) Am Ende gibt es eine wahnsinnig gut gebaute und inszenierte Enthüllungspassage, ein bürgerliches Powerspiel – in der die weibliche Hauptfigur aber auf einmal nur eine Nebenrolle hat. ›Sandra bleibt Sandra.‹ Eine Projektion, eine Leerstelle, ein Rätsel. Wir wären ihr gerne ein bisschen näher gekommen.«

Wir gaben 5 von 10 Punkten. Was denken Sie über den Provinzkrimi?

Ein weiterer »Tatort« mit dem Team um Tobler und Berg ist bereits abgedreht. Er trägt den Titel »Das geheime Leben unserer Kinder«. Regie führte Kai Wessel, das Drehbuch schrieb Astrid Ströher. Die beiden zeichneten bereits für den Freiburg-Fall aus dem Februar 2022 verantwortlich, in dem Johanna Wokalek als Verlegertochter und mögliche Vatermörderin zu sehen war. In der neuen Episode geht es um eine Patchwork-Familie und deren Abgründe hinter der heilen Fassade. Sie wird im nächsten Jahr zu sehen sein.

cbu
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