Krimi-Vote Wie gefiel Ihnen der Faschings-»Tatort«?

Zwischen Lametta- und Luftschlangenresten: Der Faschings-»Tatort« aus München um eine abgebrannte Glücksjägerin war ein Kater-Krimi, der am Ende nicht ganz aufging. Oder sind Sie anderer Meinung?
Udo Wachtveitl, Miroslav Nemec mit Nina Proll in »Tatort: Kehraus«: Diese Frau ist einfach nicht zu fassen.

Udo Wachtveitl, Miroslav Nemec mit Nina Proll in »Tatort: Kehraus«: Diese Frau ist einfach nicht zu fassen.

Foto: Peter Nix / BR

»Die Welt geht unter, Franz – noch nicht gehört?« Dieser matt dahin gehauchte Pessimismus – von Kommissar Batic an seinen Kollegen Leitmayr gerichtet – war vielleicht der Satz, der von diesem »Tatort« an diesem speziellen Sonntag am meisten nachhallte. Kurz zuvor waren die ARD-Zuschauer im »Brennpunkt« darüber informiert worden, dass Wladimir Putin verkündet hatte, die Abschreckungskräfte seines Militärs in Alarmbereitschaft zu versetzen.

Der Krimi spielte in den Tagen des Faschings – der doch in der Realität wegen des Ukraine-Krieges weitgehend ausgesetzt war. Ersatz-Bespaßung gab es für das Publikum in dem Film allerdings nicht. Die Handlung führte in die trüberen Morgenstunden der Feierei. Zwischen Lametta- und Luftschlangenresten versuchte eine wohnungslose Glücksjägerin ihr aus dem Ruder gelaufenem Leben neuen Auftrieb zu geben. Dabei legte sie sich allerdings mit niederländischen Gangstern und Goldhändlern an – und wurde von diesen bei einem großen, selbst inszenierten Showdown getötet. Ein letzter robuster Auftritt der Episodenhauptdarstellerin Nina Proll, bei dem kriminalistisch aber viel zu dick auftragen wurde in diesem ansonsten leicht verstrahlten Kater-Krimi.

In unserer Kritik schrieben wir: »Die neue Münchner Folge ›Kehraus‹ muss hinter den ausladenden Suff-Tableaus anderer Folgen zum Thema zwangsweise zurückbleiben, weil sie ja bewusst im bleiernden Day-After-Modus gehalten wird. Doch es gelingt dem ›Kehraus‹-Team leider nicht, den Post-Party-Plot zu einem starken Psychogramm auszuformulieren. So wie die Antiheldin immer wieder den Kommissaren ausbüxt, kriegt auch das Publikum sie nicht recht zu fassen.« Was denken Sie?

»Kehraus« war schon der dritte München-»Tatort« in drei Monaten. Eine weitere, ganz besondere Folge wurde gerade abgedreht: Für den Fall springt die Erzählung von der Gegenwart an die hundert Jahre zurück.

Die Ermittlerfiguren Batic und Leitmayr machen eine Zeitreise, landen in einem britischen Herrenhaus des Jahres 1924 und werden mit »Constable Partridge« und »Chief Inspector Lightmyer« angesprochen. Der Titel der wohl sehr heiteren Folge lautet »Krimidinner«, sie wird als Weihnachtsspecial Ende des Jahres ausgestrahlt.

cbu
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.