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"Temptation Island": Der Härte-Test

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"Temptation Island" bei RTL Schwänzelwellen im Glitschgebiet

RTL, dieser Herzenssender, will wieder einfach nur helfen. Und bietet verunsicherten Paaren die Chance, die gegenseitige Treue auf einer Insel voller tatschefroher Singles zu testen. Was könnte dabei schon schiefgehen?

Es gibt, das muss man einfach mal wertneutral anerkennen, wohl Menschen, die eine besondere Inselbegabung haben. Liebes-atolle Wesen, die dank wegklemmbarer Schamgefühle und wurmfortsatzmäßig verkümmerter Schmerzzentren bestens an ein Leben auf Love Island, im Bachelor-Paradise und eben auch auf Temptation Island angepasst sind, allesamt Eiländer, deren hohe Lustfeuchtigkeit weniger gut ausgerüsteten Gestrandeten sofort den Garaus machen würde. Acht von ihnen sind nun auf "Temptation Island" gelandet, einem neuen, interessanten Lebenshilfeformat.

"Vier Paare wollen ihre Liebe testen", ölt die Off-Stimme zu Beginn, und RTL, hilfreich wie eh und je, sperrt die Bestandteile dieser bestehenden Verbändelungen darum für zwei Wochen getrennt voneinander, aber zusammen mit je elf Versuchern und Versucherinnen des anderen Geschlechts, zusammengeklaubt aus dem Züngelfundus, in zwei Inselvillen. So kennt man ihn, den Sender, der bei "Adam sucht Eva" auch einsamen Herzen ja alleine deshalb aus den Klamöttchen hilft, damit sie ihre neue Liebe gänzlich unvoreingenommen kennenlernen können. Macht euch ruhig nackig, wir gucken auch nicht hin!

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"Temptation Island": Der Härte-Test

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Fabian und Ziana machen also bei "Temptation Island" mit, weil sie bald zusammen nach Mexiko auswandern und vorher noch mal ihre Beziehung testen wollen. Das klingt ungefähr so schlau, als würde man sich einen Nagel ins Auge rammen, um zu testen, ob das wehtut. Oder als würde eine Reisegruppe Meerschweinchen zum Urlaub auf eine Schlangeninsel jetten (mit klitzekleinen Köfferchen!).

Aber okay, auch Robin und Lena, beide Anfang zwanzig und seit fünf Jahren zusammen, wollen sich lieber noch mal "prüfen", weil sie doch gerade auf der Suche nach einer Eigentumswohnung seien.

Lisa und Janis schwadronieren ebenfalls von einem "Test" und verwechseln, Achtung, Freud'sches Glitschgebiet, "standhaft" und "standfest".

Und dann gibt es noch Christina und Salvatore, irritierend rotfleischig wie Lachsersatz, die für eine ausführliche Beziehungs-Darmspiegelung gar nicht unbedingt auf eine exotische Insel reisen, sondern einfach nur mal Instagram öffnen müssten. Doch da hat er seine Freundin leider geblockt, um ungestört seinen anzüglichen Like-Geschäften nachgehen zu können. Sie vertraut ihm belastenderweise deshalb nur so, wie man einen soliden Cuba Libre bestellt: "Halb-halb", und bittet ihn beim Abschied "Pass bitte auf". Auch er richtet noch ein letztes Anliegen an sie: "Werd schön braun."

Wenn es nicht so traurig wäre...

Nach der Zerschlagung der Paare werden die Karotten beguckt, die nun also zwei Wochen lang vor den Vergebenen baumeln sollen, und es könnte ja lustig sein, wenn es nicht schon wieder so traurig wäre. Weil Ziania ihre Konkurrentinnen bespäht und vor allem bei Anastasiya argwöhnt: "Nicht, dass wir denken würden, unsere Männer würden etwas tun. Aber sie könnte sich auf die draufschmeißen."

Da ist sie wieder, die hier auf den ersten Blick nur dümmlich-ärgerliche, tatsächlich aber brandgefährliche Idee, Männer könnten sich nun mal nicht gegen ihre Triebe wehren, die seien eben so, und Frauen müssten darum eben selbst sorgfältig drauf achten, sie nicht zu reizen.

"Frauen stehen auf Muskeln, das ist ein Fakt"

Mit Dezenz freilich ist bei diesem Format nicht zu rechnen, die Verführer und Verführerinnen scheinen "subtil" für eine wirksame Salbe bei Insektenstichen zu halten. Chris leitet eine Stripvermittlungsagentur, lüftet auch selbst ganz gerne und legt seinen Körper beim Tanzen in Schwänzelwellen wie diese Aufblas-Winkeröhren, die an frisch eröffneten Tankstellen flattern.

Fitnessmodel Amin lässt seine Brüste hüpfen und ist Genderstudies-Professor: "Frauen stehen auf Muskeln, das ist ein Fakt." Außerdem ist er ein Gentleman der wirklich sehr, sehr alten Schule und bietet Ziania bei ihrem ersten Date auf einer Yacht (ja, es gibt auch hier Dates, die tatsächlich noch schlimmer sind als beim "Bachelor") direkt Ausziehhilfe. Er selbst trägt praktischerweise eine Art Schwimmwindel.

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Auch Köder-Frauen wurden ausgiebig im Luderzucker gewälzt: Giulie will beim vorgeblichen Fitnesstraining dringend von Fabian angefasst werden und grätschhockt ausdauernd vor ihm herum. Maria lüstert: "Vergebene Männer? Ja, es schmeckt." Tabea sagt über sich selbst "Ich bin die ultimative Bitch, auf süße Art", und man erschrickt sich schlimm, weil man denkt, man habe versehentlich in die Smoothie-Werbung gezappt.

Dann muss man ganz nah an den Fernseher rangehen, um endlich das Tattoo von Christina (die von Salvatore geblockte Freundin) entziffern zu können, dessen semantisch entscheidenden Stellen leider immer ein bisschen vom Hemdchenträger verdeckt werden, leider ist der Schriftzug obendrein schon so verwaschen wie ein von Tränen beprasselter, trauriger Tagebucheintrag. Die Brust ihres Noch-Freundes ist dagegen sonderbar geometrisch zugetackert, als sei er ein Musterbuch für orientalische Bodenfliesen. Robin dagegen hat auf den Rippen sein Familienwappen tätowiert, und da schweift die Fantasie kurz ab und man träumt von einem Serien-Mashup aus Adelsschmonz und Gangstersaga. "Gangs of Guldenburg", es wäre so schön.

Nicht so schön dagegen: Das sogenannte Lagerfeuer, an dem die Vergebenen brutal auf Effekt geschnittene, kompromittierend gemeinte Szenen ihrer Liebsten gezeigt bekommen. Beim ersten Mal geht das für alle noch sehr glimpflich ab, außer für, Überraschung, Salvatore und Christina. Er findet es nicht gut, "aber legal", wie sie mit Stripper-Chris tanzt. Sie weint, weil er auf seinem Date eine andere künstlerisch eingipste (wie gesagt, noch schlimmer als beim "Bachelor"). Zurück in der Villa muss sie heftigst weinen, weil ihr für die nächsten Wochen noch Ärgeres dräut. "Ich wusste das! Dass er sich nicht einmal gut anstellen kann! Es könnte noch ganz schlimm werden!"

"Könnte", ist klar.

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