Serie »The Crown« Prinz Philip wollte Netflix verklagen

Über seine Darstellung in »The Crown« war Prinz Philip offenbar »sehr verärgert«: Eine Szene aus der zweiten Staffel bringt ihn mit dem Tod seiner Schwester in Verbindung. Laut einem Bericht plante er rechtliche Schritte.
Prinz Philip (Aufnahme aus dem Jahr 2018): Wegen einer Netflix-Episode hatte er laut einem Bericht seine Anwälte kontaktiert

Prinz Philip (Aufnahme aus dem Jahr 2018): Wegen einer Netflix-Episode hatte er laut einem Bericht seine Anwälte kontaktiert

Foto: Alastair Grant / Getty Images

Vor wenigen Tagen ging die fünfte Staffel der Netflix-Serie »The Crown« an den Start. Schon Wochen vor Veröffentlichung regten sich kritische Stimmen im britischen Königshaus: Die Familie werde zu negativ dargestellt. Nun meldete sich Hugo Vickers, britischer Journalist, Biograf und enger Vertrauter der Royal Family, zu Wort: Schon der 2021 verstorbene Prinz Philip hegte demnach Groll gegen die Serie. Philip habe sogar Pläne gehabt, Netflix zu verklagen, so Vickers im Gespräch mit der »Sunday Times «.

Claire Foy als Queen Elizabeth und Matt Smith als Prinz Philip

Claire Foy als Queen Elizabeth und Matt Smith als Prinz Philip

Foto: Robert Viglasky / Netflix

Grund ist angeblich eine Episode aus der zweiten Staffel der Serie mit dem Titel »Paterfamilias« (2017). Dort wird angedeutet, dass Philip womöglich mit dem Tod seiner Schwester Cecilia in Verbindung stehen könnte. Die Prinzessin kam 1937 bei einem Flugzeugunglück ums Leben. Damals war Philip 16 Jahre alt. Im Film wird der Flug damit begründet, dass Cecilia ihren Bruder Philip im Internat besuchen wollte. In der Beerdigungsszene gibt Philips Vater ihm die Schuld an Cecilias Tod: »Had it not been for Philip and his indiscipline, she would never have taken that flight.« (»Wäre da nicht Philip und seine Disziplinlosigkeit gewesen, hätte sie diesen Flug nie angetreten.«)

Philip habe seine Anwälte kontaktiert, um rechtliche Schritte gegen Netflix einzuleiten, so Vickers gegenüber der »Sunday Times«. Die Andeutung, Philip sei in den Tod seiner Schwester verwickelt, sei die »schlimmste Behauptung«, die die Serie bisher aufgestellt habe, so Vickers. Philip sei über die Darstellung »sehr verärgert« gewesen. Letztlich habe er sich trotzdem gegen eine Klage entschieden.

Erst vor wenigen Tagen wurden erneut Forderungen gegen Netflix laut, die Serie mit einem Disclaimer zu versehen. Viele Zuschauer würden die gezeigten Geschichten als komplett wahr hinnehmen, so schrieb Oscarpreisträgerin Judi Dench noch vor Start der Serie in einem offenen Brief. Sie forderte Netflix dazu auf, vor jeder Folge einen Hinweis anzubringen, dass es sich bei den gezeigten Szenen nicht um wahre Ereignisse handelt.

isb
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