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07. Juni 2012, 21:48 Uhr

Gottschalk auf SPIEGEL ONLINE

"Ich mache weiter!"

Nachschlag vom Fernsehgroßmeister: Einen Tag nach dem Ende von "Gottschalk Live" plauderte Thomas Gottschalk im Live-Talk auf SPIEGEL ONLINE - über sein Scheitern in der ARD, seinen Nachfolger Markus Lanz und seine Zukunftspläne.

Berlin - Es wurde getalkt, geblödelt, gespielt, gezappt und gesungen: Am Tag nach dem vorzeitigen Ende von "Gottschalk Live" in der ARD hat sich Entertainer Thomas Gottschalk am Donnerstagabend live im SPIEGEL-TV-Studio in Berlin den Fragen gestellt - und dabei gezeigt, warum er als größter Fernsehunterhalter der Republik gilt. SPIEGEL-ONLINE-Redakteur Stefan Kuzmany und Autorin Jenni Zylka unterhielten sich gut zwei Stunden lang amüsant-hintergründig mit dem TV-Moderator - und natürlich wurde auch im Netz die Sendezeit überzogen. Allerdings mit rund 15 Minuten für Gottschalks Verhältnisse sehr moderat.

Der erste öffentliche Auftritt des Showmasters nach dem vorzeitigen Ende seiner ARD-Sendung begann mit einem Gespräch über das typische Gottschalk-Duzen ("Ich bin Kampf-Duzer. Nur Steuerbeamte siezen mich.") und das Unterhaltungs-Gen des Fernsehgroßmeisters. "Ich habe mehr Zeit im Fernsehen als im Bett verbracht", bekannte Gottschalk. "Ich war 70 Prozent meines Leben geschminkt und 80 Prozent vor der Kamera."

Dann ging es schon bald um das Ende seiner Vorabendsendung "Gottschalk Live" in der ARD. Natürlich habe ihn das Scheitern am Vorabend mitgenommen und genervt, bekannte der Moderator. "Ich bin kein Teflon-Typ." Aber es sei eben doch nur Fernsehen. "Lasst die Kirche im Dorf. Es ist nicht wirklich was passiert. Ab morgen interessiert es niemanden mehr, dass ich am Vorabend verglüht bin."

An seine Zeit bei "Wetten dass...?" und seine Stargäste wie Madonna oder Lady Gaga erinnerte er sich gerne - und prophezeite seinem Nachfolger Markus Lanz: "Der wird sich wundern. Er kann ja dann ein paar Südtiroler einladen."

Sodann teilte Gottschalk gegen die Netzgemeinde aus, die die Einstellung seiner ARD-Sendung mit viel Häme begleitet hatte. Im Internet werde nur mit negativer Grundhaltung diskutiert, behauptete Gottschalk. "Zufriedene Menschen gehen mit dem Hund spazieren", unzufriedene würden um vier Uhr nachts ihren Computer einschalten, um zu stänkern. "Jemand, der sich hinsetzt, um sich zu mir Gedanken zu machen, der hat sie ja nicht alle." Bei seiner ARD-Sendung hätte er sich durch die Internet-Einbindung mehr konstruktiven Input erwartet, "aber das war nicht der Fall".

Nach einer musikalischen Einlage wurde dann die aktuelle SPIEGEL-ONLINE-Homepage diskutiert, wobei sich Gottschalk gut informiert zeigte und sich sowohl als Fan der Site ("Ich bin SPIEGEL-ONLINE-addicted") als auch als Bewunderer von US-Präsident Obama und von Kanzlerin Merkel outete: "Obwohl sie so spröde ist, hat sie eine Schlitzohrigkeit, die sie richtig sympathisch macht."

Anschließend zappte sich die Runde durch das gerade laufende Fernsehprogramm, bevor schließlich Gottschalk-Promi-Memory gespielt wurde. Und natürlich gab es auch eine TED-Umfrage: "Soll Gottschalk seine Karriere als Schauspieler oder Musiker fortsetzen?", hatte SPIEGEL ONLINE die Leser gefragt. Das Ergebnis: 62 Prozent votierten für die Schauspieler-Karriere. Zu seinen Zukunftsplänen wollte der Showmaster nur so viel sagen: Er wolle künftig nur noch Dinge tun, die ihm wirklich Spaß machen. Allen, die ihm zum Aufhören raten, sage er: "Ich mache weiter!", und: "Ich werde immer jünger sein als Silbereisen!"

seh/har

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