Ausstieg bei "Aspekte" TV-Moderator Tobias Schlegl wird Notfallsanitäter

Tobias Schlegl hört bald als Moderator bei der ZDF-Sendung "Aspekte" auf. Danach plant er einen radikalen Karriereschnitt: Schlegl wird eine Ausbildung zum Notfallsanitäter beginnen.
Tobias Schlegl

Tobias Schlegl

Foto: NDR/ Benjamin Hüllenkremer

Vom Musiksender Viva über eine ProSieben-Show und das Satiremagazin "extra 3" bis zur Kultursendung "Aspekte" im ZDF: Tobias Schlegl, 39, hat in 21 Jahren eine bewegte TV-Karriere zurückgelegt. Jetzt soll Schluss sein damit. Dem Magazin "Stern" sagte Schlegl in einem Interview, er werde künftig hauptsächlich als Notfallsanitäter arbeiten.

Am 29. Juli und 30. September moderiert er "Aspekte" noch mal - danach ist Schluss. Das ZDF bestätigte seinen Abschied. Schlegel ist bei dem traditionsreichen Kulturmagazin derzeit einer von drei Hauptmoderatoren neben Katty Salié (hier im Interview) und Jo Schück.

Ein Burn-out oder Stress mit Kollegen seien nicht der Grund für seinen Abschied, sagte Schlegl. Er habe sich aber immer häufiger die Frage gestellt: "Was will ich im Leben wirklich? Bildungsfernsehen zu machen ist ja schön und gut, aber es gibt dann doch noch Dinge, die wichtiger sind."

In der Ausbildung zum Notfallsanitäter bekomme er in den ersten drei Jahren ein Gehalt von 700 bis 800 Euro brutto, sagte Schlegl. Eine "Minitüre" halte er sich deshalb offen, so Schlegl: "So wie andere putzen gehen oder Zeitungen austragen, werde ich ab und zu noch einen Beitrag fürs Fernsehen machen." Auch dem Radio bleibt er erhalten, die Sendung "Song des Lebens" auf N-Joy moderiert er weiter.

Mit seiner Bewerbung für den Job als Notfallsanitäter habe er sich unter 200 Kandidaten auf fünf Stellen durchgesetzt, unter anderem in Sport- und Wissenstests und einem Gespräch, so der Moderator. Nach der Ausbildung liege sein Verdienst bei 2500 Euro. Schlegl: "Zeigt wieder, dass viele gesellschaftlich relevante Jobs ziemlich unangemessen bezahlt werden. Wenn man einigen Fernsehmoderatoren die Hälfte des Gehalts wegnehmen würde, hätten die immer noch deutlich mehr als viele Menschen, die sich sozial engagieren."

kae/dpa