Tonprobleme beim "Polizeiruf" Dramaturgie top, Sound Flop

Zahlreiche Zuschauer haben sich via Facebook über die Tonqualität des gewagten Münchner "Polizeirufs" beschwert. Die besondere Dramaturgie sei schuld am Sound-Debakel gewesen, erklärt der Bayerische Rundfunk.

BR

Hamburg - Auf der Facebook-Seite des "Polizeirufs" schrieb ein Nutzer, die Tonqualität sei wie bei einem schlechten Hörgerät gewesen. Und das war noch eine der freundlicheren Kritiken. Die Münchner Episode, die am Sonntag ausgestrahlt worden ist, kam bei den Zuschauern nicht so gut an, zumindest vom Sound. Ihrer Ansicht nach war "Der Tod macht Engel aus uns allen" über den Mord an einem Transsexuellen, akustisch nur sehr schwer zu verstehen gewesen.

Nun reagierte der Bayerische Rundfunk (BR) auf die Kritik: Man habe darauf verzichtet, den Schauspielern ihre Bewegungsabläufe kleinteilig vorzugeben, erläuterte BR-Redakteurin Cornelia Ackers das Konzept des von Jan Bonny inszenierten Krimis.

"Auf diese Weise konnten die Schauspieler ihren improvisatorischen Spielimpulsen spontaner folgen und wurden nicht durch enge choreografische Vorgaben gebremst", erklärte Ackers. Die Verantwortlichen für Bild und Ton konnten die Bewegungen der Darsteller demnach nicht mehr so leicht vorhersehen und mussten spontan reagieren. Kurz gesagt: Die Performance von Darstellern wie Lars Eidinger und Matthias Brandt war sensationell - aber leider konnte man sie gar nicht in ihrer ganzen Größe goutieren.

BR-Redakteurin Ackers sieht deshalb auch Verbesserungsbedarf: "Da diese Arbeitsweise eher unüblich ist, wird an der Perfektionierung dieser Form noch zu arbeiten sein."

Rund 6,64 Millionen Menschen sahen den "Polizeiruf" am Sonntagabend, die Episode erreichte damit einen Marktanteil von 21,7 Prozent - ein passables Ergebnis, da die Ausstrahlung in die Sommerpause von Krimi-Erstaufführungen fiel. "Tatort"-Premieren auf dem gleichen Sendeplatz schalten sonst meist zwischen acht und zehn Millionen Menschen ein.

kha/dpa

insgesamt 49 Beiträge
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vampir 15.07.2013
1. Schon mal was von Untertiteln gehört?
Liebe Leute, meine Frau und ich hatten keine Probleme mit dem "Sounddebakel". Als Mittsechziger schalten wir grundsätzlich die Untertitel ein, wenn sie angeboten werden! Ob das auch auf Tablet oder Smartphone geht, weiss ich nicht, da wir nur Senioren-Handys nutzen...
SirRidleyScott 15.07.2013
2.
Habe die Folge zwar nicht gesehen, habe aber den Verdacht, dass die Deutschen den Amerikanern technisch hinterherhinken. In den USA ist es schon bei vielen Serien-Produktionen üblich, dass die Schauspieler in ihrer Kleidung versteckte Mini-Mikrophone tragen. Das beschriebene Problem klingt so, als ob immer noch jemand mit einem Mikrophon am Galgen den Ton einfängt und den Schauspielern nicht schnell genug folgen kann/konnte. Traurig: Für sowas sollten die horrenden TV-Gebühren doch auch noch herhalten können. Sprich: Ein paar Mikros kaufen. Jetzt, wo man schon einen Teil der Fussball-TV-Rechte verloren hat. ;-)
MPeter 15.07.2013
3. Ton und der Rest
Sorry, aber bei dem Polizeiruf war sowohl der Ton ( furchtbar, kaum zu verstehen) als auch die Story (absolut übertrieben, unglaubwürdig, schwachsinnig) absolut Müll. Setzen, Sechs!
fred2013 15.07.2013
4. Diese Folge war fürchterlich
Der Sonntagskrimi ist normalerweise gesetzt, aber dieses Gemurkse wurde nach 30 Minuten weggeschaltet.
brendan33 15.07.2013
5. Ton katastrophal, aber spannende Story
Was ist der Tontechniker der Produktionsfirma eigentlich von Beruf ? Wenn das Klappern der Soft-Touch-Laptop-Tastatur lauter ist, als die Dialoge, dann hat das verdammt nochmal nichts mit dem künstlerischen Anspruch der Schaffung einer bestimmten Atmosphäre zu tun.
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