Neujahrs-Quote "Traumschiff" tuckert "Tatort" davon

Und alle wollen den Hehn seh'n. Der neue Kapitän des "Traumschiffs" verschafft dem ZDF-Dauerbrenner am Neujahrsabend eine Traumquote. Der Leipziger "Tatort" konnte da trotz passabler Quote nicht mithalten.

Meldet sich zum Dienst auf der Brücke: Der neue "Traumschiff"-Kapitän Victor Burger (Sascha Hehn)
ZDF

Meldet sich zum Dienst auf der Brücke: Der neue "Traumschiff"-Kapitän Victor Burger (Sascha Hehn)


Neue Besen kehren gut. Das erwies sich nun noch einmal an Neujahr. Denn auch wenn Sascha Hehn kein neues Gesicht an Bord des "Traumschiffs" ist - er spielte auf dem ZDF-Unterhaltunsgsschlachtschiff in den Achtzigern zehn Jahre lang den Chefsteward Victor -, feierte er doch am Mittwochabend seinen Einstand als Kapitän auf dem Kommandostand der "Deutschland". Seine Rückkehr nach mehr als zehn Jahren an Land war offenbar für viele Fernsehzuschauer von großem Interesse.

8,66 Millionen Zuschauer schalteten laut Mediendienst DWDL am ersten Januarabend die "Traumschiff"-Folge "Perth" mit Sascha Hehn als neuem Kapitän ein - die höchste Zuschauerzahl seit drei Jahren und ein stolzer Marktanteil von 23 Prozent.

Damit lag der Wohlfühlkahn eine Schiffslänge vor dem Neujahrs-"Tatort" der ARD aus Leipzig, in dem Simone Thomalla als Kommissarin Saalfeld im Migrantenmilieu ermittelte. Immer noch ordentliche 7,98 Millionen Zuschauer erreichte der Zuckerbäcker-Krimi (bei den jungen Zuschauern zwischen 14 und 49 Jahren konnte sich der Krimi allerdings knapp durchsetzen).

Am zweiten Weihnachtsfeiertag war die Situation noch umgekehrt gewesen. Da setzte sich das ebenfalls brandneue Weimarer "Tatort"-(Ermittler-)Pärchen Nora Tschirner und Christian Ulmen mit 8,03 Millionen Zuschauern gegen den scheidenden "Traumschiff"-Kapitän Siegfried Rauch durch (6,99 Millionen Zuschauer).

Insgesamt lief der Start ins neue Jahr für das ZDF bestens. Mit guten Zuschauerzahlen beim Neujahrskonzert, dem Neujahrsspringen und "Terra X" erreichte der Sender mit weitem Abstand den besten Tagesmarktanteil von 17,4 Prozent. Und auch das Kreuzfahrtfieber hielt am Abend an. Die nach dem "Traumschiff" startende "Kreuzfahrt ins Glück" wollten noch 6,46 Millionen Zuschauer sehen, das "Traumschiff"-Special am späten Abend immerhin noch 3,2 Millionen.

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insgesamt 7 Beiträge
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Jerome E. Gruber 02.01.2014
1. Das Traumschiff sollte Pflicht werden. Diese kulturelle Großod
hat seine Einschaltquoten zurecht. Was auf dem Schiff und in allen angelaufenen Hafenstädten und Inseln alles so passieren kann, kann dem Volk bestimmt echte Lebenshilfe geben. Beinahe so gut, wie die Weihnachtsansprache der güldenen Kanzlerin. Und nun soll vorsätzlich die Getränkepauschale für die Darsteller-Mimen um 78 Euro-Cent gekürzt werden...? Das geht gar nicht. Der Wahlmichel wählt sich seine Unterhaltungskünstler ganz bewusst unter den fähigsten Köpfen aus.
kiefernwald 02.01.2014
2.
Der Tatort aus Leipzig war furchtbar wirr und das Traumschiff kennt nur einen einzigen Handlungsablauf und das seit Bestehen dieser Sendung. Es war gestern Abend eine Wahl zwischen Pest und Cholera. Der einzige Tatort, auf den man sich noch wie ein kleines Kind freuen kann, ist der aus Kiel mit Axel Milberg.
Senf-Dazugeberin 02.01.2014
3. Traumschiff muss trotzdem sein
Ich bin zwar eigentlich eher ein Doku-Junkie (die niveauvollen, nicht die auf RTL2 & Co.) aber das Traumschiff muss trotzdem sein obwohl es eigentlich so gar nicht ins übliche Schema passt. Erinnert so herrlich an die Kindheit und Jugend und außerdem weckt es Gelüste auf kommende Reisen und schöne Erinnerungen an vergangene Urlaube. Beatrice war charmant wie immer, der neue Käpt'n kam anfangs ziemlich arrogant rüber, wurde dann im Verlauf doch noch sympathischer... Christian Kohlund kann immer noch keine Sätze richtig betonen und klingt wie ein schlechter Theater-Schauspieler... gut war der Darsteller des kleinen Koala-Fans. Die Handlungsstränge waren vorhersehbar wie üblich aber beim Traumschiff erwartet man nichts anderes als seichte Berieselung, bei der man nebenher am PC surfen kann. Was ich allerdings nicht verstanden habe: Warum sollte der Käpt'n nicht frühmorgens im Gästepool schwimmen? Ist es nicht auf Kreuzfahrtschiffen üblich, dass ranghohe Crewmitglieder auch Zutritt zu öffentlichen Bereichen haben (z.B. auch Fitnesscenter, Bars, Restaurants, etc.)?
zippzapp 02.01.2014
4.
Ich persönlich finde Traumschiff unerträglich. Es trieft vor Klischees und tatsächlich ernst gemeintem Schwachsinn, dass es schon schmerzt. Seit Jahrzehnten spricht man in jedem Hafen, den das Schiff anläuft, jeder einfache Packer fließend Deutsch, in Hawaii stehen an jeder Ecke bildhübsche Mädchen in Bikinis mit Blumenketten bereit und die Besatzung löst für die sozial komplett unfähigen Passagiere jedes noch so konstruierte private Problem. Manchem mag dieses bisschen heile Welt im deutschen Fernsehen zwischen dem Reality-Schwachsinn bei den privaten und den stetig schlechter werdenden Vorabend-Krimis bei den öffentlich-rechtlichen Sendern gefallen, bitte, aber es als nationales Kulturgut oder Kult oder sonstwas hinzustellen, ist schlicht und ergreifend falsch. Denn außer dem bisschen heile Welt, was es vorspielt, und Ideen für den nächsten Jahresurlaub zu liefern, ist der Wert von Traumschiff in Bezug auf Unterhaltung, Kultur und sowas wie künstlerischem Anspruch der Filmschaffenden gleich null.
jokordo 02.01.2014
5. Irrfahrt ?
Diese Folge des Traumschiffes taugte, wie alle ihre Vorgänger, auschließlich dazu, eine Region dieser Welt touristisch zu vermarkten. Das hat sie auch leidlich gut erledigt. Welchen Weg das Schiff aber vor und nach Perth genommen hat blieb völlig unklar. Auch alle Mutmaßungen führen zu nichts, da Perth geografisch so isoliert liegt, dass es eigentlich keinen sinnvollen Start- und Endpunkt für diese Kreuzfahrt gibt (außer eben Perth selbst).
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