TV-Auszeichnung Fernsehpreis-Gala soll 2020 wieder live übertragen werden

Mit großer Inszenierung soll die Verleihung des Deutschen Fernsehpreises wieder als Samstagabendshow gesendet werden. Die Neuausrichtung soll die schlechten Quoten wiederbeleben.

Schauspielerin Vicky Krieps wurde in diesem Jahr für "Das Boot" als beste Schauspielerin ausgezeichnet
SASCHA STEINBACH/EPA-EFE/REX

Schauspielerin Vicky Krieps wurde in diesem Jahr für "Das Boot" als beste Schauspielerin ausgezeichnet


Der Deutsche Fernsehpreis soll nächstes Jahr als große Samstagabendshow auf den Bildschirm zurückkehren. Federführend dabei ist RTL, der gleichzeitig für eine Neuausrichtung der Gala sorgen soll und die Show am 6. Juni 2020 live aus Köln senden wird. Auch in den drei darauffolgenden Jahren soll die Gala im Fernsehen übertragen werden, dann jeweils bei ARD, ZDF und Sat1.

Wie früher soll die Show wieder im Kölner Coloneum stattfinden, einem Studiozentrum im wenig glamourösen Stadtteil Ossendorf. In der Nähe befinden sich ein von Wachtürmen flankiertes Gefängnis, ein schwedisches Möbel-Kaufhaus und die Restmüllverwertung. Die beim Fernsehpreis in Limousinen vorfahrenden Prominenten in festlicher Abendgarderobe bildeten dazu stets einen merkwürdigen Kontrast.

Eine Sprecherin betonte jedoch, dass das künftige Konzept völlig neu sein werde. Die Preisverleihung werde eine "große dynamische, emotionsgeladene Inszenierung" werden und als solche nicht mit den früheren Galas im Coloneum vergleichbar sein. .

Fotostrecke

10  Bilder
Deutscher Fernsehpreis: Das sind die Gewinner

Der Deutsche Fernsehpreis wird seit 1999 von den großen TV-Anbietern vergeben - Stifter sind die Intendanten oder Geschäftsführer von ARD, ZDF, RTL und Sat.1. Die Geschichte der Auszeichnung ist wechselhaft: Die Einschaltquoten bei den Galas waren oft schwach, und auch sonst gab es vielfach Kritik etwa an der als langweilig wahrgenommenen Machart und der immer weiter zunehmenden Zahl von Preiskategorien. Der bekannteste Moment des Fernsehpreises kam bezeichnenderweise 2008, als der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki (1920-2013) die ihm zugedachte Trophäe mit den Worten ablehnte: "Ich nehme diesen Preis nicht an! Ich habe nicht gewusst, was hier auf mich wartet!"

2014 wurde der Fernsehpreis zum letzten Mal in alter Form im Coloneum verliehen. 2015 fiel die Veranstaltung aus, danach wurde sie als Branchentreffen in abgespeckter Form in Düsseldorf weitergeführt.

Dieses Jahr war zwar auch wieder übertragen worden, allerdings eher bescheiden im Internet. Später gab's eine Aufzeichnung im Fernsehen, die Gala hatten Barbara Schöneberger und Steffen Hallaschka moderiert.

Jetzt steht also wieder eine Neuausrichtung an. "Als wichtigste Auszeichnung für herausragende Leistungen im deutschen Fernsehen zeigt der Deutsche Fernsehpreis sehr eindrucksvoll, wie spannend, kreativ und erfolgreich unser Medium ist", teilte Stephan Schäfer, Geschäftsführer Inhalte & Marken der Mediengruppe RTL Deutschland, am Dienstag mit.

Die Nominierten und Preisträger würden auch nächstes Jahr von einer unabhängigen Jury ausgewählt. Vorsitzender der Runde aus 14 Experten sei wie im Vorjahr der Produzent Wolf Bauer. Der Beobachtungszeitraum reiche vom 1. Januar 2019 bis zum 30. April 2020.

cpa/dpa



TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.