Wulff-Movie auf Sat.1 Enttäuschende Quote für "Der Rücktritt"

Kaum Zuschauer für das Dokudrama über den Amtsverzicht von Ex-Bundespräsident Christian Wulff: Am Dienstagabend schalteten nur wenige Zuschauer "Der Rücktritt" ein - deutlich besser gelaufen war 2013 die Guttenberg-Satire "Der Minister".

Wulff (Kai Wiesinger) und Frau Bettina (Anja Kling): Kaum Zuschauerinteresse
SAT.1

Wulff (Kai Wiesinger) und Frau Bettina (Anja Kling): Kaum Zuschauerinteresse


Berlin/Hamburg - Ein ernsthafter politischer Film auf Sat.1? Kann das gutgehen? Jedenfalls nicht, was die Zuschauergunst angeht. Das Dokudrama "Der Rücktritt" über die letzten Wochen des ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff im Amt lieferte äußerst schwache Quoten für den Sender.

Lediglich 2,78 Millionen schalteten insgesamt am Dienstagabend ein. Das entspricht einem Marktanteil von nur 8,8 Prozent. In der werberelevanten Zielgruppe sahen sogar nur 1,33 Millionen zu.

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"Der Rücktritt" auf Sat.1: Die Macht ist nicht mehr mit ihm
Angesichts der hohen Aufmerksamkeit im Vorfeld sind diese Zahlen für den Sender enttäuschend. Das Dokudrama mit Kai Wiesinger in der Hauptrolle rekonstruiert die 68 Tage zwischen dem fatalen Spruch Wulffs auf Kai Diekmanns Anrufbeantworter bis zu seinem Rücktritt.

Die TV-Satire "Der Minister" über Karl-Theodor zu Guttenberg war es 2013 deutlich besser gelaufen: Sie erreichte 4,44 Millionen Zuschauer.

seh/dpa

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spon-facebook-1459922526 26.02.2014
1. Verwunderlich?
Sat.1 hat ständig mit dem Film so sehr genervt (Vorschau in jeder Werbeunterbrechung und als Einspieler während anderer Sendungen), dass die meisten sicher deshalb diesen gemieden haben. Vor allem aber behandelt dieser Film ein Thema, welches den meisten Mitbürgern sicher überhaupt nicht interessiert.
Kantileber 26.02.2014
2. Strapaze Privatfernsehen
Wer tut sich schon einen Spielfilm in einem Privatsender an? Ständige Werbeunterbrechungen, ätzend.
mactor2 26.02.2014
3. Langweilig...
Ich habe mir die ersten 30 Minuten bis zur Werbung angeschaut. Selten so was langweiliges gesehen. Hab dann umgeschaltet und denke das war auch besser so. "Der Minister" war ein Spielfilm. Das gestern mit dem Wechsel zwischen dem "echten" Wulff und den Schauspielszenen war leider nichts.
soaring 26.02.2014
4. Abgesägt....
Warum sollten sich die Leute auch anschauen, wie durch Intrigen und aufgeblähte Banalitäten das Leben eines Mannes zerstört wird. Seine einzige "Schuld" bestand darin, nicht alle Rettungsschirme , EU-Fonds und Hebel sofort und kommentarlos abzunicken. n.b.: Die selben Seilschaften haben schon Köhler zum Hinschmeißen bewegt.
humble_opinion 26.02.2014
5. Eigener Anspruch
ich bin einer von den 2,78 Mio Zuschauern. Für mich war der Film weder Fisch noch Fleisch und ich würde ihn mit den selben Kenntnissen aus dem Vorfeld nicht noch einmal schauen. Warum: Die guten Darsteller haben zwar deutlich gemacht, wie der Ex-BP durch seine Fehleinschätzungen sich, seiner Frau und seinem direkten Umfeld das Leben schwer gemacht haben und sich dadurch immer mehr von ihm distanziert haben. Aber es kamen zwei Dinge nicht in den Fokus, die den Film wirklich hätten interessant machen können. 1. Wie und warum kam es zu den Verstrickungen mit den 'reichen Freunden' aus seiner Zeit als MP von Niedersachsen und 2. Warum war die BILD-Zeitung so scharf darauf, ihm etwas ans Zeug zu flicken? Wenn die Macher des Films sich darauf reduzieren wollten - so konnte man vorher lesen - zu zeigen, wie einsam es nach und nach um das Ex-Ehepaar Wulff im Präsidentenpalast wurde, dann war es vielleicht dieser doch sehr geringe Anspruch an den eigenen Film, der das Ganze so eindimensional erscheinen lässt. Oder anders: so etwas zu zeigen, hätte nicht das Schicksal der Wulffs bedurft. So bleibt bei mir der Geschmack, dass der Film vom Sender aus der Kirch-Gruppe mehr weg ließ als zeigte. Die Gründe dafür mag man ahnen. Aber dann hätte man das Projekt lieber ganz sein lassen sollen.
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