TV-Quoten Götz George unterliegt Bohlen

Mit gleich zwei TV-Reißern versuchten die Öffentlich-Rechtlichen am Mittwochabend die Zuschauer vor den Fernseher zu locken - mit mäßigem Erfolg. Die Deutschen schalten lieber dort ein, wo echte Menschen leiden: Bei "DSDS" mit Dieter Bohlen.


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ARD-Drama "Zivilcourage": Kein Land für Maulhelden
Hamburg - Terroristen und ein tödliches Virus im Zweiten, ein Selbstjustiz übender Alt-68er im Ersten - im öffentlich-rechtlichen Fernsehprogramm hatten die Zuschauer am Mittwochabend die Wahl zwischen gleich zwei reißerisch gemachten Großproduktionen. Doch sie entschieden sich weder für Götz George im ARD-Film "Zivilcourage" noch für Heiner Lauterbach im ZDF-Zweiteiler "Eisfieber" - sondern für "Deutschland sucht den Superstar" auf RTL.

"Zivilcourage" schalteten nach Senderangaben um 20.15 Uhr 4,19 Millionen Zuschauer (12,3 Prozent Marktanteil) ein, "Eisfieber" 5,34 Millionen (15,7 Prozent). Die RTL-Castingshow "Deutschland sucht den Superstar" interessierte dagegen gleichzeitig 7,09 Millionen Menschen (20,7 Prozent).

Da gibt es nur zwei Interpretationsmöglichkeiten: Die Deutschen sind endgültig zu einem friedlichen, jedem Populismus abholden Volk der Sänger und Musikanten geworden - oder: Es kann auch im knallharten TV-Reißer keinen Widerling geben, der die Zuschauer so fasziniert wie die Häme des leibhaftigen Dieter Bohlen.

sha/dpa



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