Fotostrecke

TV-Regie: Die falschen Tränen der Uefa

Fernseh-Fake bei EM Uefa zeigt falsche Tränen nach Balotelli-Tor

Erst der Balljunge, jetzt die weinende Frau: Die Uefa hat beim Halbfinale Deutschland gegen Italien die TV-Zuschauer erneut in die Irre geführt. Denn der DFB-Fan hatte nicht etwa aus Enttäuschung über die Gegentore Tränen in den Augen - die Aufnahme entstand schon vor der Partie.

Warschau - Das Bild passte perfekt zur Enttäuschung der deutschen Zuschauer im EM-Halbfinale. Nach einem Tor durch den Italiener Mario Balotelli zeigte die TV-Regie eine weinende Frau unter den Deutschland-Fans. Viele mögen sich gedacht haben, dass sie ein wenig überreagiert - zumal noch mehr als eine Halbzeit zu spielen war. Der Haken dabei: Die Bilder sind gar nicht unmittelbar nach Balotellis Tor entstanden. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, schnitt die Bildregie der Uefa die Aufnahme in das Live-Material.

Tatsächlich hatte die Frau nach eigenen Angaben schon vor dem Spiel Tränen in den Augen gehabt. Die Düsseldorferin habe der "SZ" mitteilen lassen, sie sei bei der Präsentation der Mannschaften gerührt gewesen. Rührung statt Enttäuschung - es wäre der nächste peinliche Fake der Uefa, die das TV-Signal für alle ausstrahlenden Sender erstellt.

Im zweiten Gruppenspiel gegen Holland hatte bereits eine Szene mit Bundestrainer Joachim Löw für Aufsehen gesorgt. Darin stupste er einem ukrainischen Balljungen den Ball unter dem Arm weg. Doch die Aktion fand ebenfalls nicht während des Spiels statt, sondern vorher. Die Uefa verteidigte sich. Es sei "nicht unüblich, dass solche Szenen auch mal in die Live-Übertragung eingespielt werden", sagte ein Sprecher. Die Verantwortung trage der zuständige Redakteur.

Die ARD will sich nun aber erneut beschweren, berichtet die "SZ". "Wir sind erstaunt und irritiert", sagte Jörg Schönenborn, bei der ARD verantwortlich für das Turnier, der Zeitung. "Diese Bilder sind für uns so nicht akzeptabel - zumal wir mit der Uefa über diese Problematik vor wenigen Tagen gesprochen hatten. Wir werden jetzt erneut das Gespräch suchen."

cte
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.