"Unser Star für Baku" Quotendesaster für Thomas D

Der deutsche Vertreter zum Eurovision Song Contest wird gewählt - und kaum einer fiebert mit: Die zweite Ausgabe von "Unser Star für Baku" wollten lediglich 1,7 Millionen Menschen sehen. Eine Pleite für den Jury-Vorsitzenden Thomas D, der mit der Sendung einen echten Star hervorbringen will.

ProSieben

Hamburg - Das in der ARD übertragene Finale des Eurovision Song Contest (ESC) fuhr letztes Jahr Traumquoten ein - aber alle zum Großereignis hinführenden Fernsehsendungen waren mehr oder weniger Flops. Wiederholt sich jetzt etwa das Dilemma vom Vorjahr? Die zweite Ausgabe des Casting-Formats "Unser Star für Baku", bei dem der deutsche Vertreter für den ESC gefunden werden soll, fuhr am Donnerstag jedenfalls maue Quoten ein. Nur 1,7 Millionen Zuschauer wollten die Sendung sehen, das ist ein schlapper Gesamtmarktanteil von 5,4 Prozent.

Zum Vergleich: Das später beginnende, zum Teil mit der ProSieben-Show überlappende RTL-Dschungelcamp hatte am Donnerstagabend eine weiterhin starke Quote von 6.05 Millionen Zuschauern und 25 Prozent Marktanteil. Beim jungen Publikum waren es sogar 34,1 Prozent.

An einer allgemeinen Castingshow-Müdigkeit kann es nicht gelegen haben. Zwar bröckeln zur Zeit auch die Quoten von Dieter Bohlens "Deutschland sucht den Superstar" auf RTL, doch der gemeinsam von ProSieben und Sat.1 angestoßene Sänger-Wettstreit "Voice of Germany" erfreut sich dafür einer umso größeren Beliebtheit - gerade weil die auftretenden Nachwuchs-Talente darin ernst genommen und höflich behandelt werden. Und genau in diese Stoßrichtung geht ja auch "Unser Star für Baku": Jury-Präsident Thomas D versprach, in der Sendung einen echten, interessanten Star aufzubauen.

In der Sendung am Donnerstag konnte man einen solchen aber noch nicht recht erkennen. Zwar legten Nachwuchstalente wie die 19-jährige Yana Gercke - die Schwester von "Germany's Next Topmodel"-Gewinnerin Lena Gercke - sympathische und leidenschaftliche Auftritte hin, den lustige Tanzstil und die idiosynkratische Intonation einer Lena Meyer-Landrut suchte man jedoch bei allen vergeblich. Und die sich stetig verändernde Blitztabelle, die unablässig die Wertungen der ankommenden Anrufer registrierte, sorgte eher für Augenschmerzen als Nervenkitzel.

So gesehen dürften die Verantwortlichen von ProSieben und der ARD, die das ESC-Casting in Kooperation mit dem Privatsender organisiert, ängstlich auf die nächsten Shows schauen: Werden die Quoten wieder besser werden? Und noch viel wichtiger: Wird überhaupt ein "Star" für Baku gefunden?

cbu



insgesamt 13 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
delight1 20.01.2012
1.
Zitat von sysopDer deutsche Vertreter zum Eurovision Song Contest wird gewählt - und kaum einer fiebert mit: Die zweite Ausgabe von "Unser Star für Baku" wollten lediglich 1,7 Millionen Menschen sehen. Eine Pleite für den Jury-Vorsitzenden Thomas D., der*mit der Sendung einen echten Star hervorbringen will. http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,810278,00.html
Das Quotendesaster wundert mich ehrlich gesagt hier überhaupt nicht. Die Qualität der Kandidaten insgesamt kann mit der vor 2 Jahren nicht mithalten. Ich hoffe ja noch, dass hier vielleicht der Kick nach dem zweiten oder dritten Auftritt der Kandidaten noch kommt. Was man aber jetzt schon sagen kann - die auf den ersten Blick sehr gute Idee der Blitztabelle ist absolut schädlich. Ich gebe zu, ich fands am Anfang selbst richtig gut. Bereits letzte Woche bin ich aber mit Meiner Meinung umgeschwenkt. Der Gesang als solcher und der Mensch dahinter sind nicht mehr das Wichtigste. Wenn man wenigstens vor der endgültigen Abstimmung die Tabelle ausblenden würde... So wird sich nach vorne nie die Qualität absetzen können, weil die in der Tabelle kurz vor dem Ausscheiden liegenden Kandidaten natürlich mehr Anrufe bekommen. Dass auf diese Weise vermeintlich bessere Kandidaten rausfliegen, hat man sowohl diese Woche als auch letzte Woche gesehen. Stefan - die Idee der Blitztabelle ist gut, der Vergleich mit der Bundesliga hinkt aber. Hab den Arsch in der Hose und schaff die Tabelle für die noch ausstehenden Shows wieder ab. Dann wird das Ganze auch wieder objektiver und bleibt auch ohne Tabelle spannend.
Cotti 20.01.2012
2.
Zitat von sysopDer deutsche Vertreter zum Eurovision Song Contest wird gewählt - und kaum einer fiebert mit: Die zweite Ausgabe von "Unser Star für Baku" wollten lediglich 1,7 Millionen Menschen sehen. Eine Pleite für den Jury-Vorsitzenden Thomas D., der*mit der Sendung einen echten Star hervorbringen will. http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,810278,00.html
Wer braucht schon eigens einen "Baku-Star", eine Eintagsfliege, deren leere Hülle später nur noch bei 'Raab-Events' wiederbelebt werden wird?
Stelzi 20.01.2012
3. Hallo?
"...den lustige Tanzstil und die idiosynkratische Intonation einer Lena Meyer-Landrut suchte man jedoch bei allen vergeblich." Die Sendung heisst aber nicht 'Unser Lena-Klon für Baku'! Ich habe mir zwar nur die erste Sendung angeschaut, aber eine weitere, nervtötende Lena möchte ich schon gar nicht erleben. Wenn as der Preis für gute Quoten sein soll, dann hoffe ich, man pfeifft auf die Quote und zieht das Ding unabhängig von eben diesen durch. Mehr unkundiges Publikum ist jedenfalls kein Garant für einen guten Kandidaten oder Kandidatin.
leinchen1 20.01.2012
4. Konkurent Dschungelcamp ?
6,05 Millionen Zuschauer beim Dschungelcamp und nur 1,7 bei "Unser Star für Baku " ? Da zeigt sich doch wieder worauf der " gemeine Deutsche "steht ! Also ran an die Maden und das Gehör geschont ! Ist doch interessanter wir "Stars "sich im Dschungelcamp ernidrigen ( da fühlt man sich ja selber besser !), als vieleicht angehenden "Eintagsfliegenstars" Gehör und Zeit zu schenken. Verzichten könnten wir eigendlich auf beides!
breisig 20.01.2012
5.
Zitat von sysopDer deutsche Vertreter zum Eurovision Song Contest wird gewählt - und kaum einer fiebert mit: Die zweite Ausgabe von "Unser Star für Baku" wollten lediglich 1,7 Millionen Menschen sehen. Eine Pleite für den Jury-Vorsitzenden Thomas D., der*mit der Sendung einen echten Star hervorbringen will. http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,810278,00.html
da treffen sich ein paar unbekannte leute die singen können. und die singen dann auch. dazu eine wohlwollende beurteilung. ergo: strunzenlangweilig. bei dsds singen (zumindest anfangs) leute, die absolut nicht singen können. dazu gibts tacheles. ergo: schon unterhaltsamer. beim camp gibts sex, ekel, crime, witz, permanent liegt krawall in der luft. ergo: sehr unterhaltsam (wobei, im vergleich zum camp 2011 eher eine schnarchveranstaltung).
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.