Umstrittener Satiriker Uwe Steimle äußert sich zu MDR-Rauswurf

Er hatte unter anderem verleumderische Gerüchte über Flüchtlinge verbreitet: Dem Satiriker Uwe Steimle war im Dezember vom MDR gekündigt worden. Jetzt äußerte er sich in einem Interview zu dem Rauswurf.
Kabarettist Uwe Steimle

Kabarettist Uwe Steimle

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Sven Ellger/ imago images

Im Dezember vergangenen Jahres hatte der MDR die Zusammenarbeit mit dem Kabarettisten Uwe Steimle beendet, nachdem dieser in der Sendung "Steimles Welt" verleumderische Gerüchte über Flüchtlinge verbreitet und die Unabhängigkeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks infrage gestellt hatte.

Jetzt hat sich Steimle zu dem Rauswurf geäußert. In dem Interview mit der Zeitschrift "Superillu" sagte er unter anderem: "Mich erinnert das an finsterste DDR-Zeiten, wo es vielen Künstlern ähnlich erging." Und an anderer Stelle: "Ich habe beide Systeme erlebt und lasse mir da nichts einreden. Das läuft halt heute mit feinerer Klinge." Ein Satiriker, so Steimle weiter, habe nicht loyal zu sein, sondern müsse die Wunden der Gesellschaft aufreißen, damit sie sichtbar werden. "Eine Gesellschaft, die beginnt, ihre Kasper zu köpfen... in der liegen die Nerven blank."

Zu seiner eigenen Haltung sagte er in dem Interview: "Ich habe mich nicht für die AfD oder Pegida eingesetzt, weil ich die so sympathisch finde. Aber sehr wohl dafür, mit ihnen zu reden. Wenn 25 Prozent der Menschen die AfD wählen, dann kann man die doch nicht ignorieren."

Im vergangenen Juni ließ sich Steimle mit einem "Kraft durch Freunde"-Shirt fotografieren - eine Anspielung auf die nationalsozialistische Freizeitorganisation. Dazu sagt er jetzt im Interview: "'Kraft durch Freunde' war das Lebensmotto von Werner Finck, einem Kabarettisten, der im Dritten Reich im KZ saß. Was bitte will man mir unterstellen?"

Während der Coronakrise sendet Steimle auf seinem YouTube-Kanal die Sendung "Abendgruß". In einem anderen YouTube-Interview  dazu befragt, sagte er dazu: "Ich bin mein eigener Programmdirektor".

xvc
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