Vorschlag des Verwaltungsrats Bernd Hilder soll MDR-Intendant werden

Der MDR-Verwaltungsrat hat sich unter drei Kandidaten entschieden: Bernd Hilder soll die Nachfolge von Udo Reiter als Intendant des Senders antreten. Der Rundfunkrat muss diesem Vorschlag noch mit Zweidrittelmehrheit zustimmen. Sicher ist aber: Nach mehreren Skandalen wird es kein einfacher Job.

Bernd Hilder: Nach dem Willen des MDR-Verwaltungsrats soll er neuer Intendant werden
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Bernd Hilder: Nach dem Willen des MDR-Verwaltungsrats soll er neuer Intendant werden


Leipzig/Hamburg - Die Vorentscheidung ist gefallen: Der Verwaltungsrat des Mitteldeutschen Rundfunks hat sich nach einer Mammutsitzung für den Chefredakteur der "Leipziger Volkszeitung", Bernd Hilder, als Kandidaten für den Intendantenposten beim MDR entschieden.

Der in Bückeburg (Niedersachsen) geborene Hilder, 52, begann seine Laufbahn beim damaligen Sender Freies Berlin. Ende der 80er Jahre wurde er Hörfunk-Korrespondent in Washington, später in Mexiko-Stadt. Nach 13 Jahren bei der ARD übernahm er 1995 die Chefredaktion der "Schaumburger Nachrichten". Im Jahr 2000 wurde er Chefredakteur des "Göttinger Tageblattes", seit 2003 steht er an der Spitze der "Leipziger Volkszeitung".

Die drei Kandidaten - neben Bernd Hilder auch noch die stellvertretende Intendantin Karola Wille und der stellvertretende WDR-Fernsehdirektor Helfried Spitra - präsentierten sich am Montag dem siebenköpfigen Verwaltungsrat. Das Gremium unter dem Vorsitz des thüringischen SPD-Politikers Gerd Schuchardt entschied sich dann nach mehrstündigen Beratungen auf einen Vorschlag für die Nachfolge von Senderchef Udo Reiter. Bernd Hilder braucht nun bei der Wahl am 26. September im 43-köpfigen Rundfunkrat eine Zwei-Drittel-Mehrheit.

Reiter ist seit 20 Jahren Intendant der Anstalt, die für die Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zuständig ist. Er hatte im Mai überraschend seinen vorzeitigen Rückzug angekündigt. Im Verwaltungsrat müssen fünf der sieben Mitglieder für den Kandidatenvorschlag stimmen. Neben diesem Vorschlagsrecht hat der Verwaltungsrat die Aufgabe, die Verwendung der Gebühren zu überprüfen und die Geschäftsführung des Intendanten zu überwachen. Seine Mitglieder werden vom Rundfunkrat gewählt, der sich wiederum aus Angehörigen gesellschaftlich relevanter Gruppen wie Parteien, Verbänden und den Kirchen zusammensetzt.

Der MDR steht derzeit unter großem Druck. In der vergangenen Woche hat der Sender das Verfahren zur fristlosen Kündigung seines Unterhaltungschefs Udo Foht eingeleitet, der in undurchsichtige Finanztransaktionen verwickelt war. Zuvor war ein Millionenbetrug beim ARD/ZDF-Kinderkanal aufgedeckt worden, für den der MDR die Federführung hat.

feb/dpa



insgesamt 3 Beiträge
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Atheist01 06.09.2011
1. Ein CDU-dominierter Sender ...
war der MDR seit seiner Schöpfung, ist er auch heute, und wird er mit der Wahl dieses Mannes wohl auch bleiben. Papsthuldigungen, volksdümmliche Sendungen auf allen Kanälen, Sonnabendabend-Endloskonserven, solche Sendungen mit Flachgang wie die Tierarzt-Serie und ähnliches, keine Parlamentsarbeit in den Fernsehsendungen, Kopflastigkeit der Regierungs-Zampanos, alles betont flach halten. Eben CDU. Die Leute am Arbeiten halten, abends auf unterem Niveau halten, die DDR-Vergangenheit schwarz malen. Vorwärts, zurück in eine klerikal-feudal überzuckerte Zukunft! Und Geld scheffeln über angedockte Firmenkonstrukte. Aber was soll's, solange es den WDR und Radio Bremen gibt. Und der kleine RBB kann auch ein paar Kulturlücken schließen.
JensDD 06.09.2011
2. ...
was soll man dazu schon groß sagen - außer daß beim MDR doch nur alles besser werden kann, egal unter welchem neuen Chef. Das Kulturradio scheint in dieser Anstalt der einzige Lichtblick zu sein, der Rest fast nicht hör- und sehbar.
kkonline 18.09.2011
3. zumachen ...
... sollte man dieses ganze korrupte Staats- und Regierungspropapagandafernsehen.
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