Voyeurismus-Fernsehen Öffnen Sie dieser Frau nie die Tür!

Von und Daniela Zinser

4. Teil: Britt Hagedorn: Eine Heuchlerin für jeden Anlass


Britt Hagedorn: Sie redet und redet und redet
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Britt Hagedorn: Sie redet und redet und redet

Britt Hagedorn hört einfach nicht auf zu reden. Mit Kollegin Int-Veen ist sie als einzige von den Nachmittags-Talkshows der Neunziger übriggeblieben. Ihr Prinzip: einfach Britt. Das heißt: frisch, fröhlich, frech - und abwaschbar. "Britt - Der Talk um eins" heißt ihre Talkshow, "Mein Mann kann" ihre Spielshow, "Schwer verliebt" ihre Kuppelshow, alles bei Sat. 1. Und immer geht es irgendwie um Beziehungen oder darum, wenigstens jemanden zu finden, den man betrügen könnte. Ob 17-Jährige, die nur Sex kriegen, wenn der HSV ein Tor schießt, oder 47-Jährige, die noch nie einer Frau ihre Briefmarkensammlung zeigen durften - Britt ist für alle da.

Britt lächelt für jeden und hört keinem zu, weil sie eh nicht weiß, wer das eigentlich ist, ihr da gegenüber. Aber in zehn Jahren Talkbusiness mit mehr als 17.000 Gästen hat sie gelernt, so zu tun, als fände sie das ganz spannend. Die 39-Jährige heuchelt Spaß und gibt die gute Freundin. Sobald ein Kandidat in einer ihrer Shows sich so richtig nackig gemacht hat, drückt sie ihm die Klamotten in die Hand und komplimentiert ihn hinaus. Denn auch wenn vorher nichts "bäh" genug sein konnte, das will nun wirklich niemand mehr sehen.

Britt ist der PVC-Boden des Privatfernsehens: überall verleg- und immer abwaschbar. Wer sich darauf aber ausgekippt hat, muss selber aufwischen. Daniela Zinser

insgesamt 167 Beiträge
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UlliK 11.08.2011
1. Tja, ...
Zitat von sysopBritt Hagedorn oder*Vera Int-Veen*wollen Ihnen helfen? Obacht!*Die Damen*tun nur so, um sich*dann gnadenlos an Ihrem*Elend zu weiden. Eine wahre Armada*dieser fiesen Voyeurismusmaschinen hält derzeit Einzug ins Privat-TV. Ein Überblick - von der Deko-Terroristin bis zur sadistischen Samariterin. http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,775332,00.html
... was soll ich dazu noch sagen? Mit 'nem Six-Pack Carlsberg-Elephant-Bier haben die Damen doch einen hohen Unterhaltungswert. Und wer sich da zur Schau stellen und zum Affen machen läßt, ... der wird bestimmt gut bezahlt!
jos4711 11.08.2011
2. Normales Fernseh-Geschäft
Ich wundere mich nicht über die Sendungen, sondern über die Leute, die sie sich ansehen. Fernsehen ist m.E. sowieso ein Alte-Leute-Phänomen, das über kurz oder lang an Bedeutung verlieren wird. In meinem Freundeskreis (Alter grob 25-35) hat kaum einer einen Fernseher. Die wenigen, die einen haben, schalten ihn selten an.
fipsing 11.08.2011
3. Etwas mehr Eigenverantwortung
Gerade die privaten Sender leben von den Einschaltquoten um Werbung teuer verkaufen zu können. Diese Quoten sind anscheinend so hoch, sprich das Interesse ist da, das sich solch billige Produktionen rechnen. Die freien Märkte gehen nach der Nachfrage und somit sind diese Sendungen legitim. Über Qualität, Sinn oder Unsinn dieser Sendungen kann man, wie bei Geschmack üblich, nicht streiten. Alles andere wäre der Versuch einer Zensur wenn man den Müll verbieten würde. Sie könnten auch einen Artikel über die Reporter der BILD oder anderer Boulevard Zeitungen schreiben und kämen auch dazu das es Schrott ist. Auch hier gibt es, wie bei den Moderatorinnen, einen Journalismus der nur auf Selbstdarsteller oder Peinlichkeiten abzielt. Die Leute lieben es den Peinlichkeiten zuzusehen oder darüber zu lesen. Ich mag diese Sendungen nicht, ich verlange aber von jemanden der den Fernseher einschalten kann das er Eigenverantwortung für sich oder Verantwortung für seine Kinder trägt. Sich darüber aufzuregen ist müssig, keiner schaut es sich an und jeder sieht es. Zugeben? Nein, das wäre ja peinlich. So peinlich wie die Tatsache das keiner zugibt die FDP gewählt zu haben, war ja auch keiner.
katzekaterkarlo 11.08.2011
4. Wo bleibt hier ...
... eigentlich die Quote? Können nur Frauen solchen Schwachsinn verzapfen? Haben nur Frauen so wenig Mitgefühl?
tetaro 11.08.2011
5. Böse Zungen würden jetzt sagen
so würde die Welt aussehen, wenn das weibliche Geschlecht endgültig die Vorherrschaft errungen hätten. Überall Tapeten in Bonbonfarben, sinnlose Dekovasen und Obstschälchen, aus denen keiner was isst.
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