Aus für "Waldis Club" Waldemar Hartmann schmeißt Fußball-Talk hin

Das neue Angebot der ARD gefiel dem Moderator nicht, deshalb wird es "Waldis Club" bald nicht mehr geben. Besonders harmonisch verlief der Abschied von Waldemar Hartmann offenbar nicht - dem WDR-Sportchef macht er im SPIEGEL schwere Vorwürfe.
Sportreporter Hartmann: "Ich nehme das Angebot der ARD nicht an"

Sportreporter Hartmann: "Ich nehme das Angebot der ARD nicht an"

Foto: dapd

Waldemar Hartmann, 64, wettert gegen die ARD. Er habe sich mit dem Ersten nicht auf eine Fortsetzung seiner Sendung "Waldis Club" einigen können, sagte der als "Duz-Maschine" berüchtigte Sportmoderator dem SPIEGEL. "Ich habe meine Entscheidung getroffen: Die Sendung 'Waldis Club' wird es im Ersten nicht mehr geben. Ich nehme das Angebot der ARD nicht an."

Die ARD habe seinen Vertrag für die Sendung nur um ein Jahr verlängern wollen statt wie bisher um zwei, so Hartmann. Dabei habe er während der Fußball-Europameisterschaft "regelmäßig drei Millionen Menschen" vor dem Fernseher versammelt. "Da wäre es doch normal gewesen, dass ich von den Verantwortlichen des Ersten wenigstens eine SMS oder ein Fleißkärtchen mit zwei Zeilen bekomme."

Vor allem von WDR-Sportchef Steffen Simon fühlt Hartmann sich schlecht behandelt: "Üblich ist es, dass der Kommentator in der 80. Spielminute ordentlich Werbung macht für 'Waldis Club' im Anschluss. An dem Abend, an dem er im Einsatz war, hatte ich Spitzengäste: Anne Will, den künftigen 'Tatort'-Kommissar Til Schweiger und Fredi Bobic. Die hätte man groß anpreisen können. Steffen Simon sagte stattdessen einfach: 23.30 Uhr, 'Waldis Club'."

Boxkämpfe moderieren und Memoiren schreiben

Simon und er seien "noch nie die besten Freunde" gewesen. Es sei jedoch "bizarr, dass er ein Format der ARD so beschädigt". Als Boxkommentator will Hartmann, der viele Jahre beim Bayerischen Rundfunk arbeitete, dem Ersten vorerst erhalten bleiben.

"Waldis Club" wird beim Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) produziert und hat aufgrund großer Sportereignisse im Vorprogramm gute Marktanteile. Der zuständige Sprecher Walter Kehr sagte am Sonntag: "Herrn Hartmanns Entscheidung ist sehr bedauerlich."

Die Erfahrungen mit der ARD will Hartmann in seinen Memoiren verarbeiten. Demnächst wird er außerdem mit seinem Soloprogramm "Born to be Waldi" auf deutschen Bühnen zu sehen sein.

Lesen Sie das Interview zu dieser Meldung im neuen SPIEGEL. Hier können Sie das neue Heft direkt kaufen oder ein Abo abschließen.

Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.