Doku-Reihe "Menschen hautnah" WDR räumt Fehler und Verstöße gegen Standards ein

Recycelte Protagonisten, geänderte Namen, falsche Altersangaben: Bei drei Folgen des Doku-Formats "Menschen hautnah" hat der WDR "nicht akzeptables" Vorgehen zugegeben. Die Hinweise kamen via Twitter.
WDR-Haus in Köln

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Foto: Marius Becker/ picture alliance/dpa

Der Westdeutsche Rundfunk (WDR) hat für drei seiner Fernsehdokumentationen Fehler und Verstöße gegen journalistische Standards eingeräumt. In den Filmen tritt unter anderem jeweils dasselbe Paar auf, aber der Mann heißt dabei einmal Sven und einmal Oli. Auch stimmen die Altersangaben und Jahreszahlen nicht an allen Stellen überein.

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"Dies bedauern wir sehr", teilte Chefredakteurin Ellen Ehni mit. Der WDR werde die Filme an den entsprechenden Stellen korrigieren. Der WDR war vom Journalisten Paul Bartmuß via Twitter auf Ungereimtheiten in den Filmen hingewiesen worden.

Unter anderem seien zwei Mitwirkende in Filmen der Reihe "Menschen hautnah" über eine Komparsenvermittlung gewonnen worden. Bei der Komparsenvermittlung handelt es sich um eine Website, auf der zum Beispiel Statisten für fiktionale Filme, aber auch Protagonisten für Dokus gesucht werden.

In den Filmen berichten Menschen über ihre Beziehungen, etwa unter dem Aspekt "Vernunftehe" oder "Affären". "Wir haben keine Anhaltspunkte, dass ihre Geschichten nicht stimmen", teilte der WDR des weiteren mit. Eine Protagonistin habe inzwischen bestätigt, dass der Charakter ihrer Beziehung korrekt wiedergegeben sei.

Einmal Sven, das nächste Mal Oli

Ehni stellte jedoch klar: "Diese Vorgehensweise ist für ein dokumentarisches Format wie 'Menschen hautnah' nicht akzeptabel." Der WDR werde seine Qualitätssicherung an dieser Stelle verstärken. Die drei Produktionen, um die es geht, stammen von derselben Journalistin, die als freie Autorin für den WDR arbeitet. Die Autorin wollte sich auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa nicht direkt äußern und verwies auf die WDR-Pressestelle.

In einer Folge der Reihe aus dem Januar wird ein Ehepaar - es heißt hier Manuela und Oli - als Beispiel für eine Vernunftehe begleitet. Die beiden, so heißt es, lebten auch deshalb zusammen, weil sie Geld für eine zweite Wohnung sparen wollten. Allerdings sagt Manuela in dem Film auch, ihre Beziehung gehe über reine Freundschaft hinaus.

In einer früheren Folge war das Paar hingegen als Manuela und Sven aufgetreten. Dort hatten beide versichert, sich nach einer Trennung wieder gut zu verstehen. Manuela versicherte, dass sie Sven "auf eine gewisse Art liebe".

hpi/dpa
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