Wahlabend im Ersten MDR-Chefredakteur entschuldigt sich für Wortwahl der Moderatorin

Nach der Kritik an einer Formulierung der MDR-Moderatorin Wiebke Binder hat sich Chefredakteur Torsten Peuker entschuldigt, nimmt sie aber auch in Schutz. Der MDR werde sie auch weiterhin einsetzen.

"Erheblicher Stress": Der MDR-Chefredakteur entschuldigt sich für die Moderatorin Wiebke Binder
CLEMENS BILAN/ EPA-EFE/ REX

"Erheblicher Stress": Der MDR-Chefredakteur entschuldigt sich für die Moderatorin Wiebke Binder


"Eine Wahlsendung ist eine Live-Sendung, da ist ein Versprecher, eine Verwechslung, eine Unschärfe in einer Formulierung auch mal möglich. Hier handelte es sich klar um einen Versprecher, für den wir uns entschuldigen." Das sagte MDR-Chefredakteur Torsten Peuker in einem an verschiedene Medien übermittelten Statement zur Kritik an der Wortwahl von Moderatorin Wiebke Binder am Wahlabend in der ARD.

Binder hatte eine mögliche Koalition zwischen CDU und AfD "bürgerlich" genannt. Marco Wanderwitz von der sächsischen CDU, den sie gerade interviewte, sagte daraufhin: "Eine Koalition mit der AfD wäre keine bürgerliche Koalition."

Peuker nahm Binder nach seiner Entschuldigung auch gegen Vorwürfe in Schutz: "Jede Moderatorin, jeder Moderator, alle Reporterinnen und Reporter sowie alle Sendungsverantwortlichen stehen bei einer solchen Doppelwahl, mit ständig neuen Ergebnissen, wechselnden Runden, Köpfen und Konstellationen unter erheblichem Stress."

Binder werde auch künftig für den MDR moderieren: "Es ist ein anspruchsvoller Job unter schwierigen Bedingungen und Wiebke Binder ist und bleibt eine wichtige Moderatorin unserer politischen Formate." Ihr nächster Einsatz sei bereits für Montagabend geplant, wenn Binder durch den ARD-"Brennpunkt" aus Leipzig führen werde.

kae



insgesamt 164 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
hergen.heinemann 02.09.2019
1. Wenn man sich mal die Statistik ansieht
darüber wer die AfD gewählt hat, dann sieht man, dass die Moderatotin gar nich so falsch lag.
josef-roider 02.09.2019
2. Bürgerlich ?
Was soll dieser Aufschrei ? Ist der Begriff etwa rechtlich in seiner Verwendung geschützt. Weiter so, meine Damen und Herren "Etablierten", dann hat die AfD bald über 50%.
mistarich 02.09.2019
3. Ja stimmt, bürgerlich
rechte Koalition hätte es heißen müssen. Sowas kann im Stress untergehen. Verziehen! Aber mal ohne Spaß, gibt es nicht größere Aufreger?
kael 02.09.2019
4. Es sind alles nur Menschen
Auch TV-Journalisten, die - entgegen den Kollegen/innen der schreibenden Zunft - keine Chance haben, im Rahmen von Live-Sendungen unglückliche Wortwahlen zu korrigieren. Auch routinierten Fernsehmenschen darf man ein gewisses Maß an Nervosität nicht absprechen, wenn sekündlich und von allen Seiten neue Informationen und Situationen auf sie einprasseln. Also ist Gnade angesagt und keine Beckmesserei. Dass man Frau Binder den Rücken stärkt, versteht sich von selbst.
Bondurant 02.09.2019
5. Köstlich
Jetzt soll sich schon die Bundesregierung, in Gestalt des "Ostbeauftragten" wegen dieser Formulierungen "eingeschaltet" haben. Man scheint insgesamt redlich bemüht, das Vorurteil vom "Staatsfunk" zu bestätigen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.