Wunsch-"Tatort" aus Weimar "Der treue Roy" im Schnellcheck

Der sechste Wunsch-"Tatort" ist gewählt - und kommt wieder aus Weimar. Doch was taugt "Der treue Roy", der mit Kierkegaard-Zitaten und verbalem Irrwitz spielt? Der Schnellcheck.
Christian Ulmen ermittelt als Kriminalhauptkommissar Lessing

Christian Ulmen ermittelt als Kriminalhauptkommissar Lessing

Foto: MDR/ Anke Neugebauer

In den Sommerwochen zeigt die ARD anlässlich des 50. Jubiläums der Reihe die Sieger eines "Tatort"-Votings aus den Fällen der vergangenen 20 Jahre. In dieser Woche siegte "Der treue Roy" aus Weimar. Unser Schnellcheck erschien in seiner ursprünglichen Form zur Erstausstrahlung 2016.

Das Szenario:

Siegrid und Roy sind Schwester und Bruder. Er (Florian Lukas) arbeitet in einem Stahlwerk, sie (Fritzi Haberlandt) führt einen Beautysalon. Als in der Schlacke vor einem Hochofen menschliche Überreste gefunden werden, geht man davon aus, dass sie vom todessehnsüchtigen Roy stammen. Bei ihren Untersuchungen werden Dorn (Nora Tschirner) und Lessing (Christian Ulmen) mit sensiblen Stahlkochern, zweifelhaften Schönheitsstrategien und Zitaten des dänischen Philosophen Søren Kierkegaard konfrontiert.

Der Satz, mit dem Sie angeben können:

"In der endlichen Verzweiflung schließe ich mich ein mit dem Endlichen; in der absoluten Verzweiflung schließe ich mich auch für das Unendliche." Ein Zitat von Kierkegaard, das im "Tatort" ein bisschen vernuschelt rüberkommt. Hier korrekt aufgeschrieben, damit sie es beim Fernsehabend aufsagen können, um ihren Partner zu beeindrucken.

Fotostrecke

"Tatort" mit Ulmen und Tschirner: Absolute Verzweiflung, enormer Witz

Foto: MDR/ Anke Neugebauer

Der Satz, mit dem Kommissar Lessing angibt:

"Ich habe in meiner Schulzeit Kakteen gesammelt. Ich hatte alle - vom Feigenkaktus bis zur Teufelszunge." Dass Lessing seine Partnerin Dorn mit seinem floristischen Furor beeindruckt, ist eher nicht anzunehmen.

Der Satz, der alles auf den Punkt bringt:

Die trauernde Siegrid bekommt Besuch von ihrem Opa, der einen toten Hund an den Hinterläufen hält. Der Alte: "Ich habe einen Hasen erlegt." Enkelin: "Roy ist tot!" Opa: "Ich habe immer noch Augen wie ein Luchs." Kommentar der danebenstehenden Kommissarin Dorn: "Und Ohren wie ein Lachs." Ein Satz, der wunderbar den situativen und semantischen Irrwitz des Weimar-"Tatorts" zusammenfasst.

Der Plausiblitätsfaktor:

Fragen Sie bei Komödienmeisterwerken wie "Manche mögen's heiß" etwa auch nach Logik und Authentizität? Dies ist definitiv kein "Tatort" für Krimispießer.

Bewertung:

8 von 10 Punkten

Und wenn ich mehr über diesen "Tatort" wissen will?

Dann lesen Sie bitte hier weiter.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.