Sparvorgaben ZDF will 2012 hundert Stellen abbauen

Sparkurs beim ZDF: Um die Vorgaben der Gebührenkommission KEF zu erfüllen, will die Rundfunkanstalt laut Intendant Bellut noch in diesem Jahr knapp hundert Stellen abbauen. Und das ist nur der Anfang - in den kommenden Jahren müssen weitere Mitarbeiter gehen.

ZDF-Intendant Thomas Bellut: Streichungen betreffen das ganze Haus
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ZDF-Intendant Thomas Bellut: Streichungen betreffen das ganze Haus


Berlin/Hamburg - Die Gebührenkommission KEF fordert von den öffentlich-rechtlichen Sendern einen harten Sparkurs, jetzt spurt das ZDF - und baut Stellen ab. "Wir gehen davon aus, dass wir bis Ende des Jahres knapp 100 Stellen eingespart haben", sagte Intendant Thomas Bellut am Freitag in Berlin nach einer Sitzung des ZDF-Fernsehrats. Die Streichungen betreffen laut dem Intendanten das ganze Haus, Verwaltung genauso wie das Programm. Der Abbau solle durch Frühverrentung, Reduzierung freier Mitarbeit und einen Einstellungsstopp realisiert werden, so Bellut.

Grund für den Stellenabbau sind die Forderungen der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF). Das unabhängige Kontrollgremium verlangt vom ZDF, in den kommenden vier Jahren 75 Millionen Euro an Personalausgaben einzusparen. Das Gremium hatte in seinem Bericht zu Beginn des Jahres die mangelhaften Sparbemühungen von ARD und ZDF gerügt. Das ZDF habe im vergangenen Berichtszeitraum 180 Stellen geschaffen, statt 128 einzusparen, bemängelte die Kommission. Und sprach sich gegen eine Erhöhung der Rundfunkgebühren aus.

Die geplante Stellenreduzierung in diesem Jahr ist erst der Anfang. Bis 2016 will das ZDF insgesamt 300 Vollzeitstellen abbauen. Aktuell sind beim ZDF 3.600 Mitarbeiter festangestellt.

Polenz als Fernsehratsvorsitzender wiedergewählt

Im Rahmen der Sitzung des Fernsehrats äußerte sich Bellut auch zum Streit mit dem Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) über die öffentlich-rechtlichen Online-Angebote. Er wolle weiterhin eine einvernehmliche Lösung. "Aus meiner Sicht ist eine Einigung mit dem BDZV weiter möglich", sagte er vor dem Fernsehrat. Vor dem Kölner Landgericht läuft ein Verfahren der Verleger gegen ARD und ZDF. Das Gericht hatte Sender und Zeitungsverlage allerdings zu einer außergerichtlichen Verständigung aufgefordert. Derzeit ruhen die Gespräche aber.

Der Fernsehrat war zusammengetreten, um sich für seine 14. Amtsperiode neu zu konstituieren. Der CDU-Politiker Ruprecht Polenz wurde erneut zum Vorsitzenden gewählt. Er ist bereits seit 2002 Vorsitzender des Kontrollorgans des Senders.

seh/dapd

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