Öffentlich-rechtlicher Rundfunk ZDF fordert höheren Rundfunkbeitrag

"Ohne eine Beitragsanpassung ist das Qualitätsniveau auf keinen Fall zu halten": ZDF-Intendant Thomas Bellut fordert ab 2021 mehr Geld für seinen Sender.
ZDF-Intendant Thomas Bellut

ZDF-Intendant Thomas Bellut

Foto: ZDF/ Markus Hintzen

Aus Sicht des ZDF-Chefs ist eine Erhöhung des Rundfunkbeitrags unvermeidlich. "Ob es künftig ein Index-Modell geben wird, ist eine Entscheidung der Länder", sagte Thomas Bellut in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur mit Blick auf den Vorschlag für einen regelmäßigen Inflationsausgleich. "Wir sind offen und gesprächsbereit." Allerdings machte Bellut auch deutlich: "Ohne eine Beitragsanpassung ist das Qualitätsniveau auf keinen Fall zu halten."

Derzeit werden 17,50 Euro pro Haushalt und Monat fällig. Der tatsächliche Beitrag liegt nach Ansicht des Intendanten rechnerisch höher: "Weil wir aber aktuell die Rücklage einsetzen dürfen, die nach der Umstellung auf den Rundfunkbeitrag entstanden war, beträgt der Beitrag nach unserer Berechnung real bereits 18,35 Euro", so Bellut. "Das ist also der wirkliche Basiswert. Alles darunter wäre eine klare Kürzung, die nur durch große Einsparungen im Programm erbracht werden könnte."

Der Rundfunkbeitrag ist bis 2020 festgelegt. Mehrere Länder wollen ihn an die Entwicklung der Inflationsrate koppeln statt wie bisher alle vier Jahre neu darüber zu beraten und zu entscheiden. Unter anderem hatte sich der Hamburger Kultursenator Carsten Brosda für das sogenannte Indexmodell stark gemacht. Dessen Einstiegsmarke würde aber nach Brosdas Berechnung deutlich unter den von Bellut geltend gemachten 18,35 Euro liegen.

Kommt das Indexmodell?

Allerdings lassen sich die für die Ministerpräsidenten der Länder mit ihrer Entscheidung, in welcher Form der Rundfunkbeitrag in Zukunft erhoben werden soll, noch Zeit. Ein Treffen Anfang Dezember zu dem Thema verlief ohne Ergebnis.

Deshalb greift bis auf Weiteres das alte Modell - samt der dazugehörigen Ankündigungsrituale. Im Frühjahr teilen die Sender der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) mit, wie viel Geld sie aus ihrer Sicht für die neue Finanzperiode von 2021 bis 2024 brauchen. Belluts Äußerungen sind auch Teil des Spiels, Politik und Kommission auf die kommenden Forderungen einzustimmen.

Bereits vorletzte Woche hatte der WDR Ansprüche auf eine Erhöhung des Rundfunkbeitrags deutlich gemacht. Andreas Meyer-Lauber, der Vorsitzende des WDR-Rundfunkrats, erklärte: "Ein weiteres Einfrieren des Rundfunkbeitrags nach 2020 würde die Leistungen des WDR wie auch der ARD ernsthaft gefährden."

cbu/dpa
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