Benefizgalas ZDF lässt Krebshilfe für Spendengala zahlen

Jeder Cent kommt an? Nicht bei den Benefizshows von Carmen Nebel. Damit die Moderatorin für Hilfsorganisationen wirbt, will ihr Sender nach SPIEGEL-Informationen von diesen reichlich Geld sehen.

Carmen Nebel
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An diesem Samstag ruft Carmen Nebel die ZDF-Zuschauer wieder dazu auf, für die Deutsche Krebshilfe zu spenden. Doch der Erlös ihrer TV-Benefizgala wird nicht komplett für den guten Zweck verwendet. Wie der SPIEGEL in seiner neuen Ausgabe berichtet, lässt der Sender die Krebshilfe für die Ausrichtung 600.000 Euro bezahlen - und damit einen beträchtlichen Anteil der 1,5 Millionen Euro teuren Show. (Lesen Sie hier die ganze Geschichteim neuen SPIEGEL.)

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Das ZDF wollte die Finanzierung nicht kommentieren. Programmdirektor Norbert Himmler sagte auf Anfrage, das ZDF engagiere sich mit insgesamt drei Benefizshows "mehr als alle anderen Sender". Gerd Nettekoven, Vorstandschef der Deutschen Krebshilfe, rechtfertigte die Kofinanzierung der Sendung damit, dass die Einnahmen "ein Vielfaches" über den Kosten liegen. Seit 1994 habe man 77 Millionen Euro erlöst.

Die Nebel-Gala wird am Samstag ab 20.15 Uhr live aus Berlin übertragen, als Gäste sind unter anderem Schlagersängerin Andrea Berg und Geiger David Garrett angekündigt. In einer weiteren Show im November wird Nebel Spenden sammeln für die kirchlichen Hilfswerke Misereor und Brot für die Welt. Auch die müssen dem Sender dafür Geld geben, wie aus ZDF-internen Unterlagen hervorgeht.


Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL-Magazin - am Kiosk erhältlich ab Samstagmorgen und immer freitags bei SPIEGEL+ sowie in der digitalen Heft-Ausgabe.

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insgesamt 69 Beiträge
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pevoraal 30.09.2016
1. Unglaublich
Ich denke das ich besser nichts sage - alles was mir einfällt Ist mindestens beleidigend
isar56 30.09.2016
2. Warum wundert mich das nicht?
Der Laden wird doch nicht anders geführt wie ein Konzern.
niska 30.09.2016
3.
Das eigentlich Befremdliche ist, dass so eine Show 1,5 Mio € kosten soll. Für was bitte? Das meiste sind doch Sowiesokosten für vorhandenes Material und Personal aus Rundfunkbeiträgen. Bekommen Moderation, Künstler und Gäste soviel? Oder sind die tatsächlichen Kosten deutlich niedriger, und man zockt tatsächlich die Bedürftigen ab? Ich weiss es nicht. Ein Gschmäckle bleibt.
keine Zensur nötig 30.09.2016
4. passend zum Thema
http://www.heise.de/tp/artikel/49/49569/1.html Auch dem Dümmsten dürfte damit klar sein, dass die sogenannte Gebühr in Wirklichkeit eine Zwangsabgabe ist. Und das ist halt nicht statthaft. Ganz lustig - ein Richter beim Bundesverwaltungsgericht erklärt die GEZ-Gebühr als rechtens - sein Bruder (!) am Bundesverfassungsgericht natürlich auch. Das nennt man dann wohl Geschmäckle.
Gerdd 30.09.2016
5. Glaubt man das?
Da bekommen die einen Riesenschluck aus dem Gebühren-Pott für die Fernsehunterhaltung und dann lassen sie die Spendenempfänger bluten - Das kann doch nicht im Sinne der Spender sein, die ja mittlerweile zu 100% auch Gebührenzahler sind und so das ZDF nochmal kräftig alimentieren. PFUI!
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