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FESTIVALS Überleben in Oberhausen

aus DER SPIEGEL 18/2004

In den guten alten fünfziger Jahren gab es im Kino vor dem Hauptfilm in der Regel einen kurzen »Kulturfilm«, möglichst mit dem Prädikat »besonders wertvoll«, und weil der oft das Interessanteste im ganzen Programm war, gründete 1954 in Oberhausen der sehr junge und sehr kinobegeisterte Volkshochschuldirektor Hilmar Hoffmann etwas, wofür heute der Begriff Festival gängig ist: die »Westdeutschen Kulturfilmtage«. Da dieses Festival - inzwischen unter dem Namen »Internationale Kurzfilmtage« - Jahr um Jahr über wechselnde Kunst- und Polit-Moden hinweg die Pionierrolle des Kurzfilms für die Befreiung und Erneuerung der Filmsprache herausgestellt hat, ist Oberhausen für das deutsche wie für das europäische Kino längst ebenso wichtig wie die Berlinale: Die Liste der berühmten Regisseure, die dort als Debütanten ihr erstes Publikum gefunden haben, ist lang. Zur Feier des 50. Oberhausener Festivals, das diesen Donnerstag von Gerhard Schröder eröffnet wird, ist unter dem Titel »kurz und klein« eine großformatige, bildersatte Chronik (Verlag Hatje Cantz, Ostfildern; 240 Seiten; 19,80 Euro) erschienen, die auch einen Blick in die Zukunft wagt: Den guten alten »Kulturfilm« kann man vergessen; Videokunst und Musikvideos geben heute und morgen den Ton an.

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