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Uli Richter, 94

aus DER SPIEGEL 29/2021
Foto: DAVIDS/Dirk Laessig

Als einer der wichtigsten deutschen Modedesigner der Nachkriegszeit entwarf er Kleider mit klaren Schnitten, harmonischen Farbkombinationen und ungewöhnlichen Materialien. Mit seinen unprätentiösen Designs prägte er den West-Berliner Chic der Fünfziger-, Sechziger- und Siebzigerjahre. Sein erstes Modellkleid entwarf er 1949: »Marcelle«, eine dunkelblaue Sommerrobe mit Plisseerock, war ein voller Erfolg. International bekannt wurde er 1957, als er für sein perlenbesticktes Abendkleid mit Samtmantel bei einem internationalen Wettbewerb in Venedig den ersten Preis gewann. 1962 brachte er als erster deutscher Modedesigner eine Prêt-à-porter-Linie auf den Markt. Die Kollektion »uli richter special« richtete sich an junge Frauen, die noch nicht ganz so viel Geld für modische Kleidung ausgeben konnten. »Die Haute Couture wurde immer teurer, ich wollte, dass die normale Frau meine Mode auch bezahlen kann«, sagte er der »Berliner Zeitung«. Zu seinen Kundinnen gehörten aber auch Prominente wie Hildegard Knef, Rut Brandt, Aenne Burda und Fürstin Gracia Patricia von Monaco. Bei der Expo 1970 stattete er außerdem die japanischen Hostessen für den deutschen Pavillon aus. Richter verstarb am 8. Juli in Berlin.

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