Umfragen aus den Niederlanden und USA Hunderte Museen fürchten Schließung

Durch die Coronakrise geraten viele Museen in Bedrängnis: 100 Einrichtungen in den Niederlanden befürchten das Aus - in den USA könnte jedes dritte Museum schließen.
Niederländische Museen kämpfen mit den Folgen der Coronakrise; das Frans Hals Museum (Foto) war etwa mehrere Monate geschlossen

Niederländische Museen kämpfen mit den Folgen der Coronakrise; das Frans Hals Museum (Foto) war etwa mehrere Monate geschlossen

Foto: BSR Agency/ Getty Images

Ohne staatliche Hilfen würden sie das nächste Jahr finanziell nicht überleben. Das ist das Ergebnis einer Umfrage unter etwa 430 niederländischen Museen. 100 von ihnen fürchten sogar das Aus infolge der Coronakrise, teilte der Verband der niederländischen Museen nun mit. Vor allem die kleineren Museen mit weniger als 40.000 Besucherinnen und Besuchern im Jahr seien von der Pleite bedroht - weil sie keine Subventionen bekämen und daher fast vollständig von eigenen Einnahmen abhängig seien.

Erhebliche Einnahmeverluste

Die niederländischen Museen waren bis zum 1. Juni geschlossen und dürfen seither nur ein begrenztes Publikum empfangen. Zudem litten die Museen unter den ausbleibenden Touristinnen und Touristen. Auch im nächsten Jahr rechnen die meisten Häuser mit geringeren Besucherzahlen und dadurch erheblichen Einnahmeverlusten.

Die niederländische Regierung hatte zu Beginn der Pandemie zwar ein Hilfspaket von insgesamt 300 Millionen Euro für Kultureinrichtungen zur Verfügung gestellt. Nach Angaben des Verbandes kommt das aber vor allem den großen Kunstmuseen zugute.

Die Einkünfte verschwanden über Nacht

Auch in den USA fürchten viele Häuser, dauerhaft schließen zu müssen. Bei einer Umfrage unter 750 Museen gab jedes dritte an, dass ein deutliches Risiko bestehe, endgültig zum kommenden Herbst schließen zu müssen, oder dass unklar sei, ob das Museum überlebe.

"Traurigerweise werden sich viele kulturelle Institutionen nicht erholen"

Laura Lot, Präsidentin des US-Museumsverbandes

Der überwiegende Teil (87 Prozent) habe zudem nur noch finanzielle Rücklagen für bis zu zwölf Monate, heißt es in der Umfrageauswertung des US-Museumsverbandes AAM. Die Einkünfte verschwanden über Nacht, als wegen der Pandemie alle kulturellen Institutionen schließen mussten, wie die Präsidentin der AAM, Laura Lott, sagte. "Traurigerweise werden sich viele davon nicht erholen."

Eine Schließung von nach Verbandsschätzung 12.000 Museen sei für Gemeinden, Wirtschaft und das Bildungssystem verheerend. An sie sind dem Verband zufolge direkt und indirekt insgesamt etwa 726.000 Arbeitsplätze geknüpft. Jährlich erwirtschaftet der Sektor 50 Milliarden US-Dollar (rund 43,2 Milliarden Euro). Die Museen hoffen deshalb auf staatliche Finanzhilfen und Spenden.

evh/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.