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BIOGRAFIEN Umstrittenes Erbe

aus DER SPIEGEL 34/2006

Um seine zahllosen Affären hat Bertolt Brecht nie einen Hehl gemacht. Bekannt sind die Geschichten von Ehefrauen und Geliebten, die der Dichter am liebsten alle zusammen um sich scharte. Aber eine ist noch nicht erzählt worden: die der Isot Kilian (1924 bis 1986), der letzten Liebe Brechts, die ihn, wie er selbst bekannte, in den Bann schlug wie seine erste.

Ditte von Arnim, 1951 in Ost-Berlin geboren und in den achtziger Jahren im Brecht-Haus beschäftigt, hat nun deren anrührende Lebensgeschichte aufgeschrieben ("Brechts letzte Liebe«, Transit Verlag, Berlin). Kilian, die zuerst den Dichter Wolfgang Borchert ("Draußen vor der Tür") liebte, dann mit dem DDR-Kritiker Wolfgang Harich verheiratet war, den sie wegen Brecht verließ, spielte seit 1949 im Berliner Ensemble und war dann Regieassistentin. Kilian hätte, so Arnim, reich werden können. Brecht habe ihr und ihren Kindern noch auf dem Totenbett die Einnahmen aus allen seinen Songs vermachen wollen. Doch der letzte Wille des Dichters hat den Notar nie erreicht. Es fand sich nur ein leerer Umschlag mit der Aufschrift »Testament«. Kilian starb 1986 einsam in Berlin.

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