Unesco-Preis für Pressefreiheit Uno zeichnet belarussischen Journalistenverband aus

Im vergangenen Jahr löste der autoritäre Machthaber Lukaschenko ihren Verband auf, viele Journalistinnen und Journalisten haben trotzdem weiter berichtet. Dafür zollt ihnen die Unesco nun Respekt.
Protest nach Verbot der unabhängigen Nachrichtenseite tut.by 2021

Protest nach Verbot der unabhängigen Nachrichtenseite tut.by 2021

Foto:

NurPhoto / Getty Images

Die Unesco vergibt ihren Preis für Pressefreiheit in diesem Jahr an den belarussischen Journalistenverband BAJ. Der Verband erhalte unabhängige Medien trotz des massiven Drucks durch die belarussische Regierung von Machthaber Alexander Lukaschenko am Leben, begründete die Uno-Organisation ihre Entscheidung am Mittwoch.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Lukaschenko war trotz massiver Betrugsvorwürfe nach der Präsidentschaftswahl 2020 zum Sieger erklärt worden. Dies löste Massenproteste aus, die von den Sicherheitskräften niedergeschlagen wurden. Seitdem gehen die Behörden massiv gegen Aktivisten und Journalistinnen vor.

»Mit der Verleihung des Preises an BAJ stehen wir an der Seite aller Journalisten auf der Welt, die autoritäre Politiker und Regime kritisieren, sich ihnen widersetzen und sie entlarven«, wird Alfred Lela, Vorsitzender der internationalen Preis-Jury, zitiert.

Publikationsverbote und Verhaftungen

BAJ wurde 1995 gegründet, kurz nachdem Lukaschenko 1994 an die Macht kam. Ziel war es, Druck auf die Behörden auszuüben, um die Pressefreiheit zu erhalten. Dem Verband gehören 1300 Mitglieder an. 2021 ordneten die Behörden seine Auflösung an.

»Das ist eine Anerkennung für alle unabhängigen belarussischen Journalisten, die in den vergangenen zwei Jahren trotz allen Drucks, Publikationsverboten und Verhaftungen weiter gearbeitet haben«, sagte Andrei Bazunez, Vorsitzender von BAJ.

Die Auszeichnung wurde erstmals in der 25-jährigen Geschichte an eine Gruppe und nicht an eine Einzelperson vergeben. Benannt ist der Preis, der am 2. Mai in Uruguay überreicht wird, nach dem kolumbianischen Journalisten Guillermo Cano, der 1986 in Bogotá ermordet wurde.

sak/AFP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.