Bericht der Vereinten Nationen Zahl der getöteten Journalisten 2022 um 50 Prozent gestiegen

Die Unesco sammelt Berichte über getötete Journalisten – weltweit. Im Jahr 2022 ist deren Zahl stark angestiegen. Neben Mexiko und Haiti ist vor allem der Krieg in der Ukraine dafür verantwortlich.
Fotos getöteter Journalisten am Sitz der mexikanischen Generalstaatsanwaltschaft: Weiter trauriger Spitzenplatz

Fotos getöteter Journalisten am Sitz der mexikanischen Generalstaatsanwaltschaft: Weiter trauriger Spitzenplatz

Foto: Eduardo Verdugo / AP

Nach mehreren Jahren des Rückgangs ist die Zahl der getöteten Journalisten weltweit 2022 um 50 Prozent auf 86 angestiegen. Lateinamerika und die Karibik seien die gefährlichsten Gegenden für Journalisten, heißt es in einem am Montag in Paris vorgestellten Bericht der Unesco . In dieser Region seien 44 Journalisten und Medienschaffende getötet worden, also mehr als die Hälfte.

In der Ukraine seien 2022 zehn Journalisten getötet worden. Damit liegt die Ukraine an zweiter Stelle hinter Mexiko, wo 19 Journalisten getötet wurden.

Laut der Unesco wurde etwa die Hälfte der Journalisten in ihrer Freizeit getötet, also etwa zu Hause oder auf Reisen. »Das heißt, dass es keinen sicheren Ort mehr für Journalisten gibt«, heißt es in dem Bericht.

Die Gründe sind unterschiedlich, häufig handle es sich um Racheakte für Berichte über heikle Themen, etwa organisiertes Verbrechen, bewaffnete Konflikte, Extremismus oder Korruption. Der Anteil der Fälle, in denen die Täter straffrei bleiben, ist mit 86 Prozent ausgesprochen hoch.

»Gleichgültigkeit wichtiger Faktor im Klima der Gewalt«

Journalisten, vor allem aber auch Journalistinnen, werden laut dem Bericht zudem häufig mit anderen Formen von Gewalt konfrontiert, beispielsweise Entführungen, willkürliche Haft und juristische Verfolgung.

In den vergangenen Jahren hatte die Zahl der getöteten Journalisten abgenommen: 2018 waren 99 Journalisten gewaltsam ums Leben gekommen, von 2019 bis 2021 waren es jeweils 58 gewesen.

Der starke Anstieg 2022 sei alarmierend, sagte die Generaldirektorin der Unesco, Audrey Azoulay, am Montag in Paris. »Die Behörden müssen ihre Anstrengungen verdoppeln, um diesen Verbrechen ein Ende zu setzen und sicherzustellen, dass die Täter verurteilt werden, denn Gleichgültigkeit ist ein wichtiger Faktor in diesem Klima der Gewalt.«

feb/dpa/AFP
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