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USA: Platten gegen Chomeini

aus DER SPIEGEL 52/1979

Der amerikanische Volkszorn auf den Ajatollah treibt wundersame Blüten. In der nationalen Country-Hitparade findet sich auf Platz 73 eine »Message To Khomeini«, mit steigender Tendenz. Aber der Hit ist mit seinen Reimen ("Khomeini is a meanie«, Chomeini ist ein gemeiner Knilch) noch harmlos gegenüber anderen musikalisch verpackten Polit-Statements. Auf zum Teil obskuren Labels erschienen bis heute neun Singles, die von kleineren Rundfunksendern gespielt werden. Die Gemeinsten: »From America« mit Zeilen wie »Take your oil and shove it / All the oil in your land won't make us stoop to you / So take Iran and shove it / We've had enough of you.« Angemessen übersetzt: »Nehmt euer Öl und schmiert's euch an den Arsch / euer ganzes Öl wird uns nicht zum Kniefall bringen / So nehmt den Iran und schmiert ihn euch an den Arsch / Wir haben von euch die Schnauze voll.« Ähnliches Kaliber fährt eine andere Single auf. Gleich übersetzt: »Sie können sich ihr Öl an den Arsch schmieren / Laß es sie trinken / Laß es sie lieben / Sie können es im Boden verrotten lassen / Aber sie werden Uncle Sam nicht herumstoßen.« Das waren Pop-Singles. Die erste Rockscheibe gegen Chomeini ist militant; Titel: »Let's Make Islamic Atomic«.

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